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Wissen hbg / DFN-Redaktion · 24. September 2026, 08:33 Uhr · 4 Min. Lesezeit
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66 Dollar für quantenfeste Bitcoin-Transaktionen reichen nicht aus

Die neue Schätzung macht die Vorbereitung billiger. Doch Bitcoins Quantenrisiko hängt an Wallets, Minern und alten Schlüsseln, die niemand bewegt.

Illustration: 66 Dollar für quantenfeste Bitcoin-Transaktionen reichen nicht aus

Laut CoinDesk hat StarkWare die geschätzten GPU-Kosten für die Vorbereitung einer quantenfesten Bitcoin-Transaktion von rund 320 Dollar auf 66 Dollar gedrückt. Das klingt wie ein Durchbruch. Es ist eher ein Hinweis darauf, wo das Problem kleiner wird und wo es bleibt.

Die Rechenarbeit wird billiger. Die Koordination wird nicht automatisch einfacher. Bitcoin kann technische Fortschritte schnell aufnehmen, wenn sie außerhalb des Protokolls liegen. Es kann sie langsam aufnehmen, wenn Millionen Nutzer, Wallets, Miner und alte Coins mitziehen müssen.

StarkWare, das Unternehmen hinter der Forschung, beschreibt laut CoinDesk eine Methode, die ohne Bitcoin-Upgrade funktionieren soll. Das ist wichtig. Ein Upgrade des Netzwerks ist schwer, weil es Einigkeit, Tests und Zeit braucht. Eine Lösung außerhalb des Protokolls wirkt daher verlockend. Sie verschiebt aber nur einen Teil der Last.

Der Preis löst nur den ersten Engpass

Die alte Schätzung von etwa 320 Dollar beruhte laut CoinDesk auf einer Transaktion, die im August in einen Bitcoin-Block aufgenommen wurde. Die Vorbereitung dauerte rund 3.100 Stunden Rechenzeit auf einer Flotte von etwa 100 Grafikkarten. Diese Kosten fielen an, bevor die Transaktion Bitcoin überhaupt erreichte. Die eigentliche Gebühr für die Aufnahme in die Blockchain kam noch hinzu.

StarkWare öffnete danach den Code für einen Wettbewerb. Viele Teilnehmer arbeiteten laut CoinDesk mit KI-Coding-Werkzeugen. Das Ziel war schlicht: Der Suchprozess sollte schneller werden. Die Rangliste zeigte am Ende eine führende Einreichung mit rund 881 Millionen geprüften Kandidaten pro Sekunde. Der Startcode kam auf derselben Benchmark-Grafikkarte auf rund 146 Millionen Kandidaten pro Sekunde.

Das ist ein großer Sprung. Er macht aus einer teuren Sonderübung eine billigere Sonderübung. Er macht daraus noch keinen normalen Ablauf für jeden Bitcoin-Nutzer.

So kam es dazu
  • August: Eine quantenfeste Bitcoin-Transaktion wurde laut CoinDesk gemined; die Vorbereitung kostete geschätzt rund 320 Dollar an GPU-Arbeit.
  • Danach: StarkWare öffnete den Code für einen Wettbewerb, damit Entwickler den Suchprozess beschleunigen.
  • Nach einer Woche: KI-gestützte Einreichungen senkten die geschätzten Vorbereitungskosten laut CoinDesk auf 66 Dollar.

Eine billigere Rechnung ist noch kein einfacher Ablauf

Der technische Kern liegt in der Vorbereitung der Transaktion. Dafür sucht Software nach einer Lösung, die Bitcoin akzeptieren kann und zugleich gegen eine künftige Quantenbedrohung helfen soll. Ein Quantencomputer wäre nur dann relevant, wenn er stark genug wäre, heutige kryptografische Sicherungen praktisch anzugreifen. Das ist kein Alltagsrisiko. Es ist ein mögliches Zukunftsrisiko.

Genau deshalb wirkt die Zahl 66 Dollar so stark. Sie macht das abstrakte Risiko greifbar. Aus einem theoretischen Schutz wird eine bezifferbare Rechenaufgabe. Doch Geld ist nur eine Art von Reibung. Die Methode verlangt laut CoinDesk, dass Transaktionen direkt an Miner geschickt werden. Das ist für professionelle Akteure machbar. Für normale Wallet-Nutzer ist es kein gewohnter Weg.

Auch der Status der Coins zählt. CoinDesk berichtet, dass die Methode nicht für Coins schützt, deren öffentliche Schlüssel bereits offengelegt sind. Ein öffentlicher Schlüssel ist ein kryptografischer Nachweis, der bei bestimmten Vorgängen sichtbar werden kann. Wer schon in einer ungünstigen Ausgangslage steckt, wird durch billigere Vorbereitungskosten nicht automatisch gerettet.

Migration scheitert selten am Code allein

Finanzgeschichte ist voll von Übergängen, die technisch lösbar waren und trotzdem langsam verliefen. Der Wechsel von Magnetstreifen zu Chipkarten war kein mathematisches Problem. Er brauchte neue Karten, neue Terminals, neue Haftungsregeln und Gewohnheit. Die Technik war nur der erste Schritt. Der Rest war Verhalten.

Bei Bitcoin wäre eine quantenfeste Migration ähnlich unbequem. Manche Nutzer bewegen Coins regelmäßig. Andere halten jahrelang still. Manche Schlüssel liegen in sauber geführten Wallets. Andere hängen an vergessenen Backups, alten Geräten oder Erben, die den Zugriff nur mühsam verstehen. Ein Teil der alten Coins wird vielleicht nie bewegt, nicht wegen Quantenphysik, sondern wegen Menschen.

Das ist die stille Grenze vieler Sicherheitsdebatten. Systeme können bessere Werkzeuge bauen. Sie können Nutzer nicht zwingen, sie rechtzeitig zu verwenden. Je länger Vermögenswerte liegen, desto stärker werden Trägheit, Verlust und Unsicherheit. Bitcoin ist darin nicht besonders. Es ist nur sichtbarer, weil jede Bewegung auf der Blockchain endgültig wirkt.

Kurz beantwortet
  1. Was wurde billiger? Laut CoinDesk sank die geschätzte GPU-Arbeit zur Vorbereitung einer quantenfesten Bitcoin-Transaktion von rund 320 auf 66 Dollar.
  2. Was wurde nicht gelöst? Die Methode verlangt weiterhin Sonderwege, darunter laut CoinDesk die direkte Weitergabe an Miner.
  3. Wer bleibt außen vor? CoinDesk nennt Coins mit bereits offengelegten öffentlichen Schlüsseln als Bereich, den diese Methode nicht schützen kann.

Was Beobachter daraus lernen

Die gute Nachricht ist nüchtern. Forschung, offene Wettbewerbe und KI-Werkzeuge können kryptografische Verfahren schnell verbessern. Eine Woche Arbeit reichte laut CoinDesk, um die geschätzten Vorbereitungskosten stark zu senken. Das spricht für Tempo am Rand des Systems.

Die härtere Nachricht ist ebenso nüchtern. Bitcoin schützt sich nicht nur durch Code. Es schützt sich durch die Bereitschaft seiner Nutzer, Schlüssel sauber zu verwalten, alte Bestände zu bewegen und neue Verfahren zu verstehen. Dort entstehen die langsameren Risiken.

Die wichtige Frage für die kommenden Jahre lautet daher nicht nur, ob quantenfeste Transaktionen billiger werden. Sie lautet, ob ein dezentrales Netzwerk rechtzeitig genug Menschen dazu bringt, das Richtige zu tun, bevor es dringend wird.

Eine billigere Schutztechnik ist wertvoll. Aber Sicherheit entsteht erst, wenn sie die alten Coins erreicht.

hbg.
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