Der Ölpreis steigt und verschiebt den DAX-Blick auf Inflation

Der Morgen beginnt nicht mit einem klaren Aktien-Signal, sondern mit einem Preis, der quer zum ruhigen Bild läuft. Öl WTI steht bei 94,15 Dollar und legt 1,20 Prozent zu. Das ist der auffälligste Ausschlag in einer ansonsten dünnen Vorbörse. Der DAX liegt bei 26.008 Punkten unverändert, der EuroStoxx 50 steht mit 6.413 Punkten 0,14 Prozent höher.
Damit bekommt Frankfurt keine Steilvorlage, aber auch keinen echten Gegenwind. Die Frage ist, ob die europäischen Aktien den Ölpreis als Branchenrotation lesen oder als Inflationsstörung. Höhere Energiepreise treffen nicht alle gleich. Ölwerte profitieren oft zuerst. Industrie, Airlines und Chemie zahlen die Rechnung schneller.
Asien übergibt Europa ein schwaches, aber kein nervöses Signal
In Asien überwiegt am Morgen der Druck. Der Nikkei 225 fällt auf 65.142 Punkte und verliert 0,20 Prozent. Der Hang Seng steht bei 25.317 Punkten, ein Minus von 0,38 Prozent. Das ist kein Ausverkauf. Es ist eher ein vorsichtiger Rückzug vor der europäischen Eröffnung.
Die Währungsebene macht den Morgen interessanter. USD/JPY fällt auf 153,34 und gibt 0,33 Prozent nach. Ein schwächerer Dollar zum Yen kann japanische Exportwerte belasten, weil Auslandserlöse in Yen weniger wert sind. EUR/USD steigt leicht auf 1,1635 und gewinnt 0,05 Prozent. Der Devisenmarkt signalisiert damit keine Dollar-Flucht, aber auch keine neue Dollar-Stärke.
Die Staffel läuft nun von Asien nach Europa. Tokio bleibt noch bis 08:00 Uhr offen, Hongkong bis 10:00 Uhr. Frankfurt übernimmt um 9:00 Uhr ein Bild mit kleinen Aktienverlusten in Asien, kaum Bewegung in den US-Futures und einem klar steigenden Ölpreis.
Die US-Futures liefern kaum Richtung, aber sie nehmen Panik aus dem Morgen
Die US-Futures stehen fast still. Der S&P-500-Future notiert bei 7.682 Punkten und liegt 0,02 Prozent höher. Der Nasdaq-Future steigt auf 29.556 Punkte und gewinnt 0,06 Prozent. Der Dow-Future fällt dagegen auf 52.790 Punkte und verliert 0,08 Prozent. Die Spanne ist klein. Das spricht gegen einen großen Impuls aus der Wall Street vor dem Xetra-Start.
Gold passt nicht ganz in das Bild eines nervösen Morgens. Der Preis fällt auf 4.416 Dollar und verliert 0,51 Prozent. Bitcoin steigt dagegen auf 78.886 Dollar und gewinnt 0,56 Prozent. Risiko wird also nicht pauschal verkauft. Genau das macht den Start für Europa offen: Die Anleger sortieren, statt alles gleichzeitig abzustoßen.
- 9:00 Uhr: Xetra-Eröffnung in Frankfurt. Der erste Test ist, ob der DAX die unveränderte Vorbörse bestätigt.
- Ölpreis: WTI liegt 1,20 Prozent höher. Energie- und Industriewerte dürften darauf unterschiedlich reagieren.
- US-Futures: S&P 500 und Nasdaq liegen leicht im Plus, der Dow leicht im Minus. Ein klarer Wall-Street-Impuls fehlt noch.
Für die Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr liegt die Messlatte niedrig. Ein ruhiger Start würde zum Stand der Futures passen. Ein stärkerer Ausschlag käme eher vom Ölpreis als von den Aktienvorgaben aus den USA.







