Gold minus 3,1 Prozent: US-Jobdaten können Realzinsen treiben

Gold ging zum Wochenschluss bei 4.459 Dollar je Unze aus dem Handel. Das Minus von 3,1 Prozent war der stärkste Tagesrückgang seit Monaten. Der Auslöser lag nicht im Goldmarkt selbst, sondern in Jackson Hole. Die Rede von Fed-Chef Kevin Warsh brachte reale Zinsen zurück in die Kurse. Reale Zinsen sind Renditen nach Abzug der Inflation. Für Gold ist das unbequem: Das Metall zahlt keine Zinsen und konkurriert dann stärker mit sicheren Anlagen, die wieder Ertrag bieten.
So stark fiel Gold zum Wochenschluss; der stärkste Rückgang seit Monaten kam aus veränderten Zinserwartungen.
Die Breite der Bewegung stützt diese Lesart. Silber und Minenwerte gaben ebenfalls deutlich nach. Der Dollar legte zu. Zugleich stiegen die Renditen inflationsindexierter US-Anleihen, also Papiere, deren Ertrag an die Inflation angepasst wird. Das ist die Mechanik eines klassischen Realzins-Tages. Höhere reale Renditen erhöhen die Opportunitätskosten von Gold. Am physischen Markt änderte sich dadurch nichts. Auch die Notenbankkäufe, die die Hausse der vergangenen Jahre getragen haben, blieben als Grundthese intakt.
Der Befund bleibt deshalb zweigeteilt. Der Tagesverlust war scharf, aber das Niveau ist weiterhin bemerkenswert: Selbst nach dem Rücksetzer notiert Gold rund doppelt so hoch wie vor drei Jahren. Ob der Rutsch nur eine Korrektur im Trend ist oder mehr, entscheidet eher der US-Arbeitsmarktbericht am Freitag als die nächste Rede. Er zeigt, ob die Zinserwartung trägt, die den Verkaufsdruck ausgelöst hat. Zum Wochenauftakt richten sich die Blicke zuerst auf die CME-Futures und darauf, ob sie den Realzins-Impuls bestätigen oder abschwächen.







