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Märkte jvt / DFN-Redaktion · 1. September 2026, 16:30 Uhr · 1 Min. Lesezeit
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Nach US-Konjunktur- und Jobdaten: Nasdaq fällt, DAX stärker

Die US-Daten zu Industriepreisen und offenen Stellen liefern keine Entwarnung. Tech gibt nach, Gold fällt, der Dow bleibt ruhig. Der Risikoabbau ist selektiv.

Illustration: ISM und JOLTS: Nasdaq fällt 0,84 Prozent, DAX noch stärker

Um 16:00 Uhr stand in den USA ein Datenblock an, der drei Fragen bündelt. Der ISM-Industrie-Index misst die Stimmung der Einkaufsmanager im verarbeitenden Gewerbe. Erwartet waren 55,2 Punkte nach 55,6 zuvor. Der ISM-Preisindex zeigt, wie stark Unternehmen Preisauftrieb melden. Erwartet waren 70,5 Punkte nach 71,1 zuvor. Dazu kamen die offenen Stellen nach JOLTS, also die Zahl unbesetzter Jobs. Erwartet waren 7,33 Millionen nach 7,36 Millionen. Der Markt suchte die seltene Mischung: genug Wachstum, weniger Preisdruck, ein etwas kühlerer Arbeitsmarkt.

Die erste Antwort spricht nicht nach Entwarnung. Rund 30 Minuten nach der Veröffentlichung liegt der S&P-500-Future 0,50 Prozent im Minus. Der Nasdaq-Future fällt 1,23 Prozent. Der Dow-Future gibt nur 0,13 Prozent ab. Am Kassamarkt verliert der S&P 500 0,42 Prozent, der Nasdaq 0,84 Prozent und der Dow Jones 0,08 Prozent. Der DAX rutscht mit 2,18 Prozent deutlich stärker ab. EUR/USD fällt 0,15 Prozent auf 1,1605. Gold verliert 1,36 Prozent. Bitcoin gibt 0,43 Prozent nach.

Zahl des Tages

−1,23 %

Der Nasdaq-Future reagiert rund 30 Minuten nach dem US-Datenblock am empfindlichsten.

Die Lesart ist damit nüchtern. Der Markt handelt nicht den großen Wachstumsschock, sonst läge der Dow kaum so stabil. Er handelt eher die unangenehme Zinsfrage. Tech-Aktien reagieren besonders stark auf höhere Abzinsungssätze, weil ein großer Teil ihrer Bewertung an künftigen Gewinnen hängt. Wenn Nasdaq und Gold gleichzeitig fallen und der Dollar leicht zulegt, deutet die erste Spur auf weniger Zinssenkungsfantasie als erhofft. Das muss nicht heißen, dass alle Daten heiß ausgefallen sind. Es heißt nur: Die Preisschilder der ersten halben Stunde zeigen keine schnelle Erleichterung.

Der auffällige Verlierer bleibt Europa. Der DAX trägt nicht nur die US-Reaktion mit, sondern auch das eigene Bewertungs- und Konjunkturrisiko. Genau dort wird der Nachmittag interessant. Hält die Wall Street den Rückgang bis zum europäischen Schluss um 17:30 Uhr, wird Tokio um 02:00 Uhr eine klare Vorlage bekommen. Dreht der Nasdaq dagegen im späten US-Handel, war der erste Schreck eher eine Bewertungsbereinigung als ein neues Makrosignal.

jvt.
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