Morgenlage: Asien steigt, um 14:30 Uhr entscheidet der US-Jobbericht

Der Morgen startet freundlich, aber nicht frei. Asien liefert Europa Rückenwind, die US-Futures, also Terminkontrakte auf die großen US-Indizes, bewegen sich dagegen kaum. Die Kernaussage: Europas Start bekommt Unterstützung aus Asien, doch der US-Arbeitsmarkt um 14:30 Uhr entscheidet, ob daraus mehr wird.
Asien übergibt Stärke, die US-Futures bremsen die Euphorie
Tokio und Hongkong handeln noch, und beide Märkte setzen ein klares Signal. Der Nikkei 225 steht bei 64.934 Punkten und legt 1,12 Prozent zu. Der Hang Seng steigt stärker auf 25.738 Punkte, ein Plus von 1,68 Prozent. Das ist die erste Staffelübergabe des Tages: Asien gibt Europa keinen Belastungstest mit, sondern einen freundlichen Vorlauf.
Ganz sauber ist dieses Bild nicht. USD/JPY steht bei 156,36 und steigt um 0,33 Prozent. Der Dollar legt gegen den Yen zu, der Yen schwächt sich also ab. Das kann Japans Exportwerte stützen, sagt aber auch etwas über den Zinsabstand zwischen den USA und Japan. Der freundliche Nikkei ist deshalb nicht nur eine Aktiengeschichte. Er ist auch eine Währungsrechnung.
Die zweite Übergabe kommt aus den laufenden US-Futures. Der S&P-500-Future steht bei 7.758 Punkten und liegt 0,04 Prozent im Plus. Der Nasdaq-Future steigt um 0,15 Prozent auf 29.568 Punkte. Der Dow-Future steht bei 53.745 Punkten und verändert sich praktisch nicht. Das ist kein Alarmsignal. Es ist aber auch kein Freibrief.
- 10:50 Uhr: Bank-of-England-Gouverneur Bailey spricht. Für Europa zählt, ob er den Zinskurs enger oder lockerer rahmt.
- 14:30 Uhr: USA melden die Stundenlöhne. Erwartet werden 0,3 Prozent nach 0,1 Prozent zuvor.
- 14:30 Uhr: USA melden neue Stellen und Arbeitslosenquote. Erwartet werden 55.000 neue Stellen nach minus 23.000 zuvor und eine Quote von 4,1 Prozent.
Europa startet freundlich, aber der Nachmittag setzt den Maßstab
Vor Xetra zeigt der DAX bei 26.003 Punkten ein Plus von 0,63 Prozent. Der EuroStoxx 50 liegt bei 6.383 Punkten und steigt um 0,32 Prozent. Damit passt Europa zunächst in das asiatische Muster. Käufer sind da, aber sie kaufen vor einem Datentermin, der den ganzen Vormittag überstrahlt.
Der wichtigste Punkt ist nicht nur die Zahl der neuen Stellen. Der Markt schaut auch auf die Stundenlöhne, weil sie den Inflationsdruck im Dienstleistungssektor anzeigen können. Ein Arbeitsmarktbericht ist deshalb mehr als eine Konjunkturmeldung. Er ist ein Zinstest. Bleibt der Arbeitsmarkt robust und steigen die Löhne stärker, sinkt der Spielraum für lockerere Geldpolitik. Fällt der Bericht schwach aus, rückt die Wachstumsfrage wieder nach vorn.
Die Nebenmärkte liefern dazu ein gemischtes Bild. EUR/USD steht bei 1,1629 und gibt 0,02 Prozent nach. Gold fällt um 0,54 Prozent auf 4.515. Öl der Sorte WTI steigt um 0,85 Prozent auf 92,08. Bitcoin steht bei 81.257 und verliert 0,02 Prozent. Das ist keine einheitliche Fluchtbewegung. Es ist eher ein Markt, der vor dem US-Termin Positionen sortiert.
Für die Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr heißt das: Frankfurt bekommt einen freundlichen Startpunkt, aber keinen fertigen Handelstag. Tokio läuft bis 08:00 Uhr aus, Hongkong bleibt bis 10:00 Uhr offen. Danach übernimmt Europa die Staffel. Entscheidend wird, ob der DAX das Plus bei 26.003 Punkten verteidigt, während alle schon auf 14:30 Uhr schauen.







