Morgenlage: Asien verkauft, Öl steigt vor der Xetra-Eröffnung

Der Morgen startet mit einer klaren Schieflage: Asien verkauft Aktien, während Öl und Gold steigen. Das ist kein Panikbild, aber es ist auch kein ruhiger Vorlauf für Frankfurt. Der Nikkei 225 verliert 1,04 Prozent auf 69.306 Punkte. Der Hang Seng fällt um 1,31 Prozent auf 23.963 Punkte. Gleichzeitig liegt WTI-Öl bei 89,96 Dollar und steigt um 1,90 Prozent. Gold legt um 0,47 Prozent auf 4.160 Dollar zu.
Die US-Futures federn das Bild nur teilweise ab. Der S&P-500-Future notiert bei 7.848 Punkten mit 0,06 Prozent im Minus. Der Nasdaq-Future verliert 0,10 Prozent auf 31.370 Punkte. Der Dow-Future gibt 0,12 Prozent auf 51.389 Punkte nach. Das ist kein starker Druck aus den USA, aber es reicht auch nicht, um Europas gestrigen Rückschlag einfach wegzuwischen.
Asien übergibt Europa einen schwachen Takt
Die Staffel läuft heute nicht über Euphorie, sondern über Risikoabbau. Tokio und Hongkong handeln noch, Frankfurt öffnet erst um 9:00 Uhr. Genau in dieser Lücke zählt, ob Europas Anleger die asiatischen Verluste als lokales Thema behandeln oder als Signal für eine breitere Korrektur.
Der DAX ging zuletzt bei 25.104 Punkten aus dem Handel, ein Minus von 1,36 Prozent. Der EuroStoxx 50 schloss bei 6.180 Punkten und verlor 1,47 Prozent. Damit kommt Europa nicht aus einer neutralen Position in den Tag. Der gestrige Rückgang steht noch im Kursbild, und die asiatische Vorlage liefert am Morgen keine Entlastung.
Am Devisenmarkt bleibt die Bewegung dagegen geordnet. EUR/USD liegt bei 1,1207 und steigt um 0,07 Prozent. USD/JPY notiert bei 158,20, plus 0,10 Prozent. Bitcoin gibt um 0,54 Prozent auf 82.823 Dollar nach. Der Krypto-Markt bestätigt damit eher die vorsichtige Risikostimmung, führt sie aber nicht an.
- 10:30 Uhr: Fed-Mitglied Christopher Waller spricht. Jede Nuance zu Zinsen und Arbeitsmarkt kann in den dünnen Vormittag hineinwirken.
- 14:15 Uhr: Bank-of-England-Chef Andrew Bailey spricht. Das zählt für Pfund, europäische Banken und die Zinskurve.
- 14:30 Uhr: Die USA melden die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Erwartet werden 200.000 nach 197.000 zuvor.
Der Ölpreis stört das einfache Zinssenkungs-Narrativ
Der stärkste Preisimpuls am Morgen kommt nicht aus den Aktien-Futures, sondern vom Öl. WTI steigt um 1,90 Prozent. Das ist für Aktien unangenehm, weil höhere Energiepreise die Inflationsdebatte wieder härter machen können. Für Notenbanken ist das nicht automatisch ein Kurswechsel, aber es macht den bequemen Teil der Disinflationsgeschichte kleiner.
Gold steigt gleichzeitig. Das passt zu einem Markt, der nicht geschlossen flieht, aber Sicherheiten höher bewertet. Aktien fallen in Asien, US-Futures liegen leicht im Minus, Gold und Öl ziehen an. Diese Kombination sagt mehr über Vorsicht als über Kapitulation.
Für die Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr liegt damit eine saubere, aber unbequeme Messlatte auf dem Tisch. Der DAX kommt aus einem schwachen Schluss bei 25.104 Punkten, Asien liefert rote Vorgaben, und die US-Futures geben keine starke Gegenbewegung vor. Frankfurt muss gleich zeigen, ob der gestrige Druck nachwirkt oder ob Käufer die Eröffnung stabilisieren.







