Morgenlage: Nikkei springt 1,88 Prozent, DAX bleibt vorsichtig

Der Morgen gehört nicht den US-Futures, sondern Japan. Der Nikkei 225 steht bei 66.710 Punkten und steigt um 1,88 Prozent. Das ist das klare Signal aus Asien. Es ist aber kein breiter Risiko-Rausch. Der Hang Seng notiert bei 24.513 Punkten und verliert 0,52 Prozent. Europa bekommt also keinen einfachen Staffelstab überreicht, sondern zwei Botschaften: Tokio kauft, Hongkong bremst.
Die US-Futures stützen die Eröffnung, aber sie liefern keinen Freifahrtschein. Der S&P-500-Future liegt bei 7.751 Punkten und gewinnt 0,24 Prozent. Der Nasdaq-Future steigt um 0,14 Prozent auf 30.656 Punkte. Der Dow-Future steht mit 51.895 Punkten um 0,37 Prozent höher. Das passt zu einem Markt, der vor den Daten nicht flieht, aber auch nicht blind vorläuft.
Asien übergibt Europa ein gespaltenes Signal
Die Staffel von Asien nach Europa ist damit sauber lesbar. Japan bringt Schwung, China liefert Widerstand, und die Wall Street sendet über die Futures ein leicht positives Vorzeichen. Für Frankfurt reicht das für einen freundlichen, aber vorsichtigen Start. Der DAX wird bei 25.399 Punkten mit plus 0,10 Prozent angezeigt. Der EuroStoxx 50 steht bei 6.320 Punkten und legt um 0,30 Prozent zu.
Auch die Nebenmärkte erzählen keine einfache Geschichte. EUR/USD fällt um 0,11 Prozent auf 1,1334. USD/JPY gibt um 0,18 Prozent auf 156,98 nach. Gold steigt um 0,69 Prozent auf 4.209. Öl der Sorte WTI legt um 0,22 Prozent auf 89,58 zu. Bitcoin verliert 0,35 Prozent auf 83.332. Der Markt sortiert also nicht nur Risiko gegen Sicherheit. Er wartet auf Daten, die Zinsen und Dollar neu gewichten können.
- 08:29 Uhr: Deutsche Verbraucherpreise im Vorabwert. Erwartet werden 0,5 Prozent nach 0,2 Prozent zuvor.
- 14:15 Uhr: ADP-Arbeitsmarktbericht aus den USA. Erwartet werden 73.000 neue Stellen nach 38.000 zuvor.
- 14:30 Uhr: PCE-Kernrate und finales US-BIP. Vor allem die PCE-Kernrate zählt, weil sie das bevorzugte Inflationsmaß der Fed ist.
Heute zählt die Inflationsspur auf beiden Seiten des Atlantiks
Die erste Marke liegt noch vor dem Xetra-Start. Die deutschen Verbraucherpreise kommen um 08:29 Uhr. Der Zeitpunkt ist unbequem, weil er knapp vor der Kasse liegt. Ein stärkerer Wert würde die Zinssenkungsfantasie im Euroraum weiter testen. Ein schwächerer Wert gäbe dem vorsichtigen DAX-Signal mehr Luft.
Am Nachmittag verschiebt sich der Blick in die USA. Der ADP-Bericht um 14:15 Uhr liefert einen privaten Arbeitsmarktindikator. Um 14:30 Uhr folgen die PCE-Kernrate, das finale BIP und der BIP-Preisindex. Erwartet werden bei der PCE-Kernrate 0,3 Prozent nach 0,2 Prozent zuvor. Beim finalen BIP stehen 1,5 Prozent nach 1,5 Prozent zuvor im Kalender. Spät am Abend spricht Präsident Trump um 21:30 Uhr. Für den europäischen Handel zählt zunächst aber die Datenballung am Nachmittag.
Für die Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr liegt damit ein leichter Rückenwind vor, aber kein belastbarer Trend. Der DAX startet mit Hilfe der Futures und mit dem starken Nikkei im Rücken. Die Prüfung kommt schon vor der Glocke aus Deutschland und am Nachmittag aus Washington.







