Morgenlage vor Xetra: Hang Seng fällt 1,07 Prozent, Öl steigt

Der Morgen bringt keine große Panik, aber auch keinen Rückenwind. Asien handelt schwach, die US-Futures treten nahezu auf der Stelle, und Öl steigt spürbar. Die Kernaussage für die Xetra-Eröffnung ist schlicht: Europa startet nicht in einen Befreiungsschlag, sondern in einen Datentag mit Inflationsrisiko.
Asien übergibt Europa ein Minus, nicht die Erleichterung
Der Nikkei 225 liegt bei 66.249 Punkten und verliert 0,10 Prozent. Das ist kein Ausverkauf. Es ist aber auch kein Signal, das europäische Käufer aus dem Bett holt. Der deutlichere Druck kommt aus Hongkong. Der Hang Seng fällt auf 25.311 Punkte und verliert 1,07 Prozent.
Damit geht die Staffel von Asien nach Europa mit einem klaren Unterton weiter: Risiko wird am Morgen selektiv reduziert. Die US-Futures, also Terminkontrakte auf die großen amerikanischen Aktienindizes, liefern dazu kaum Gegengewicht. Der S&P-500-Future steht bei 7.697 Punkten und verliert 0,02 Prozent. Der Nasdaq-Future liegt bei 29.495 Punkten und gibt 0,06 Prozent nach. Der Dow-Future notiert bei 53.265 Punkten und gewinnt 0,05 Prozent.
Das ist die typische Vorbörse, die viel offenlässt und wenig verzeiht. Nach dem schwachen europäischen Handelsschluss vom Vortag liegt der DAX bei 26.258 Punkten, ein Minus von 1,17 Prozent. Der EuroStoxx 50 steht bei 6.420 Punkten und verlor 1,01 Prozent. Europa muss also nicht nur Asien verdauen. Europa muss auch den eigenen Rücksetzer erklären.
- 11:00 Uhr: Euroraum-Inflation. Erwartet werden 3,3 Prozent nach 2,9 Prozent zuvor.
- 11:00 Uhr: Kerninflation im Euroraum. Sie misst die Teuerung ohne Energie und Lebensmittel und wird bei 2,5 Prozent erwartet.
- 16:00 Uhr: USA mit ISM-Industrie-Index und JOLTS-Stellen. Beide Daten testen Wachstum und Arbeitsmarkt zugleich.
Öl steigt, der Euro fällt, der Datentag wird enger
Bei den Quermärkten fällt vor allem Öl auf. WTI steigt auf 86,77 Dollar und legt 1,18 Prozent zu. Das ist für Aktien kein automatisches Problem. Es passt aber schlecht zu einem Tag, an dem Europa um 11:00 Uhr neue Inflationszahlen bekommt. Der Markt liebt fallende Inflation. Steigendes Öl macht diese Geschichte zumindest weniger bequem.
Der Euro fällt zum Dollar auf 1,1606 und verliert 0,15 Prozent. Zum Yen notiert der Dollar bei 159,84 Yen und legt 0,08 Prozent zu. Gold steht bei 4.479 Dollar und gibt 0,07 Prozent nach. Bitcoin steigt leicht auf 78.795 Dollar und gewinnt 0,30 Prozent. Die Botschaft quer durch die Anlageklassen lautet: Es gibt Bewegung, aber noch keinen gemeinsamen Trend.
Um 16:00 Uhr kommt dann der zweite Test. Der ISM-Industrie-Index, ein Stimmungsbarometer der amerikanischen Industrie, wird bei 55,2 erwartet nach 55,6 zuvor. Gleichzeitig stehen die ISM-Preise und die offenen Stellen nach der JOLTS-Statistik an. Das ist eine unbequeme Mischung. Wachstum, Preise und Arbeitsmarkt stehen gleichzeitig auf dem Prüfstand.
Für die Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr zählt deshalb weniger der kleine Ausschlag der US-Futures. Wichtiger ist, ob der DAX den schwachen Schluss vom Vortag stabilisiert oder ob der Hang-Seng-Druck den ersten Handel prägt. Frankfurt eröffnet einen Tag, an dem die erste echte Antwort nicht vom Kurszettel kommt, sondern um 11:00 Uhr aus der Inflationsstatistik.







