US-Rohöl bei 89,30 Dollar: Warum der Ölmarkt ruhiger wirkt

Die von Oman vermittelten Gespräche mit dem Iran über die Sicherheit der Straße von Hormus senken weiter die Risikoprämie am Ölmarkt. WTI ging zum Wochenschluss bei 89,30 Dollar aus dem Handel. Brent hielt sich knapp über 90 Dollar. Beide Sorten liegen damit deutlich unter den Ständen vom Monatsanfang, als Eskalationssorgen in der Meerenge die Preise getrieben hatten. Die Kernaussage: Der Markt wirkt weniger angespannt, als die Geopolitik nahelegt.
So groß ist der Anteil des weltweit gehandelten Öls, der durch die Straße von Hormus fließt.
Der Befund ist ungewöhnlich nüchtern. Diplomatie trifft diesmal auf Fundamentaldaten, die nicht nach Knappheit aussehen. Die OPEC+-Förderung läuft stabil. Die US-Lagerbestände stiegen zuletzt. Die Nachfrageprognosen wurden nicht angehoben. Damit drücken Gespräche und Angebotslage in dieselbe Richtung: Sie nehmen Druck aus dem Preis.
Für die Inflationsrechnung der Notenbanken ist ein Ölpreis unter 90 Dollar bei WTI eine stille Entlastung. Sie dürfte in der Zinsdebatte der kommenden Woche mitschwingen. Die Gespräche werden fortgesetzt. Händler bleiben dennoch skeptisch, denn Diplomatie-Rabatte am Ölmarkt hatten historisch oft eine kurze Halbwertszeit. Die Terminkurve, also die Preise für spätere Liefermonate, preist dieses Misstrauen weiter ein. Der nächste Prüfpunkt kommt mit dem CME-Futures-Auftakt am Montag um 00:00 Uhr deutscher Zeit.







