Xetra-Schluss: DAX fällt auf 25.104, Telekom stemmt sich dagegen

Der deutsche Handelstag endete schwach, aber nicht gleichförmig. Der DAX ging zum Xetra-Schluss bei 25.104 Punkten aus dem Handel und verlor 1,35 Prozent. Der EuroStoxx 50 fiel mit minus 1,47 Prozent noch etwas stärker auf 6.180 Punkte. Das Bild war klar: Europa verkaufte nicht alles, aber die großen Belastungen lagen bei den Schwergewichten.
Die Geschichte des Tages spielte sich deshalb nicht im Indexstand allein ab. Siemens verlor 2,80 Prozent auf 271,20 Euro. Rheinmetall gab 2,81 Prozent auf 926,20 Euro nach. Allianz fiel um 0,81 Prozent auf 417,30 Euro. SAP hielt sich mit minus 0,52 Prozent auf 187,62 Euro besser, drehte den Index aber nicht. Wenn Industrie, Rüstung und Finanzwerte gleichzeitig drücken, bleibt dem DAX wenig Raum für kosmetische Stabilität.
Die Schwäche saß in den schweren Aktien
Der Treiber lag weniger in einer einzelnen Nachricht als in der Zusammensetzung der Verluste. Siemens und Rheinmetall zogen den Index sichtbar nach unten. Beide Titel stehen für Bereiche, die in den vergangenen Monaten viel Erwartung eingepreist hatten. Wenn dort Luft entweicht, reicht schon ein moderater Rückgang bei SAP oder Allianz, um aus Schwäche einen klar roten Schluss zu machen.
Rheinmetall war unter den genannten DAX-Werten der stärkste Belastungsfaktor des Tages und fiel auf 926,20 Euro.
Es gab aber Gegenwehr. Volkswagen legte um 1,25 Prozent auf 69,74 Euro zu. Deutsche Telekom stieg sogar um 2,20 Prozent auf 26,99 Euro. Das verhinderte ein noch härteres Indexbild. Es änderte aber nicht den Charakter des Tages: Die Käufer fanden einzelne sichere Ecken, keine breite Grundlage.
Der schwächere Euro passt ins Bild
Auch am Devisenmarkt lief der Tag gegen Europa. Der Euro fiel zum Dollar um 0,64 Prozent auf 1,1191. Ein schwächerer Euro hilft exportorientierten Unternehmen in der Theorie. Am Mittwoch reichte dieser Effekt aber nicht, um die Aktienseite zu stabilisieren. Die Bewegung wirkte eher wie ein Begleitsymptom: Kapital suchte nicht den europäischen Risikoaufschlag, sondern wich aus.
Zur europäischen Schlussglocke handelt die Wall Street ebenfalls leichter. Der S&P 500 liegt bei 7.791 Punkten und verliert 0,36 Prozent. Die Nasdaq steht bei 27.469 Punkten, ein Minus von 0,48 Prozent. New York übernimmt damit keine Panik, aber eine saubere rote Vorlage aus Europa.
Der Abend dreht sich nun darum, ob die US-Börsen diese Schwäche nur verwalten oder vertiefen. Für Europa zählt dabei vor allem die Breite der Bewegung. Bleiben die Verluste in New York auf wenige große Technologiewerte begrenzt, war der Xetra-Schluss ein europäisches Problem. Weitet sich der Druck aus, wirkt der deutsche Rücksetzer weniger wie Tagesrauschen und mehr wie ein Warnsignal für den nächsten Handelstag. Danach übernimmt Tokio die erste Antwort auf den US-Schluss.







