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Aktien awd / DFN-Redaktion · 10. September 2026, 16:31 Uhr · 5 Min. Lesezeit
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Apples Falt-iPhone kostet 2.299 Euro. Teure Chips belasten den Gewinn

Das iPhone Duo wird Apples teuerstes Modell. Der hohe Preis soll mehr leisten als Luxus verkaufen: Er soll steigende Kosten abfedern.

Illustration: Apples Falt-iPhone kostet 2.299 Euro. Teure Chips belasten den Gewinn

Apple hat ein vertrautes Problem in einer ungewohnten Form. Der Konzern bringt ein neues iPhone, aber der Smartphone-Markt wächst nicht mehr so, wie er früher gewachsen ist. Laut tagesschau.de hat Apple beim großen Werbe-Event das erste faltbare iPhone vorgestellt. Das iPhone Duo soll in den USA 1.999 Dollar kosten und in Deutschland ab 2.299 Euro erhältlich sein. Es wird damit zum teuersten iPhone, das Apple je angeboten hat.

Der Preis ist mehr als ein Signal an Technikfans. Er ist ein Test für die Marge, also den Abstand zwischen Verkaufspreis und Kosten. Apple braucht Aufmerksamkeit für das neue Gerät. Für die Aktie zählt aber stärker, ob der Konzern in einem reifen Markt weiter Preise durchsetzen kann, ohne die Stückzahlen zu beschädigen. Wer nur auf das faltbare Display schaut, betrachtet das auffälligste Detail. Die Rechnung dahinter ist leiser und wichtiger.

Der Preis soll ein Kostenproblem in Stärke verwandeln

tagesschau.de berichtet, Apple wolle mit dem hochpreisigen Gerät neue Zielgruppen erobern und angesichts gestiegener Preise für Speicherchips die Gewinnmargen erhöhen. Diese Formulierung ist nüchtern, aber sie enthält den Kern des Experiments. Höhere Komponentenpreise drücken die Herstellungskosten nach oben. Ein Hersteller kann das auffangen, indem er selbst spart, indem er niedrigere Margen akzeptiert oder indem er den Endpreis erhöht.

Apple wählt beim iPhone Duo den dritten Weg. Das passt zur Geschichte des Konzerns. Apple verkauft nicht nur Hardware, sondern Status, Bedienung, Ökosystem und Verlässlichkeit. Der Markt hat diese Fähigkeit über Jahre honoriert. Doch jeder Zyklus hat eine Stelle, an der Preismacht von Gewohnheit in Prüfung übergeht. Ein faltbares iPhone für 2.299 Euro ist genau so eine Stelle.

Die Zahl dahinter
2 Prozent

Laut tagesschau.de liegt der Anteil von Klapphandys am Smartphone-Markt bisher bei etwa zwei Prozent. Apple greift also kein Massenfeld an, sondern eine teure Nische.

Der Unterschied ist wichtig. In einem boomenden Markt verzeiht Wachstum viele Schwächen. In einer Nische muss der Preis mehr Arbeit leisten. Er muss Kosten decken, Begehrlichkeit erzeugen und den Eindruck vermeiden, Apple komme spät zu einem fremden Spiel. Das gelingt nur, wenn Kunden den Aufpreis als Nutzen lesen und nicht als Tribut an die Marke.

Der späte Einstieg ist Risiko und Option zugleich

Apple kommt spät. Laut tagesschau.de hat der Konzern mehr als vier Jahre an dem faltbaren iPhone entwickelt. Samsung bietet solche Geräte bereits länger an. Auch Xiaomi und Huawei haben erst vor wenigen Tagen neue Klapphandys vorgestellt, die laut tagesschau.de zwischen 1.500 und 3.000 Dollar kosten. Apple startet also nicht gegen ein Vakuum, sondern gegen Anbieter, die das Format schon erklärt haben.

Das ist die schwache Seite der Geschichte. Der Konzern kann nicht mehr behaupten, er öffne eine völlig neue Kategorie. Die Konkurrenz hat die Scharniere, die Displayfrage und die Preisspanne bereits in den Markt getragen. Wer auf Apple schaut, wird deshalb fragen, ob das Unternehmen noch prägt oder nur nachzieht.

Die starke Seite sieht anders aus. Ein später Einstieg kann auch bedeuten, dass Apple wartet, bis ein Produkt alltagstauglicher wird. Die Marktforschungsfirma IDC prognostiziert laut tagesschau.de, dass Apple trotz des späten Starts innerhalb eines Jahres die Führung im Falthandy-Segment übernehmen könnte. Diese Prognose ist kein Beweis. Sie zeigt aber, was bereits in der Erwartung steckt: Apple muss das Segment nicht erst groß machen, um darin wirtschaftlich relevant zu werden. Es muss nur genug Käufer davon überzeugen, dass das faltbare iPhone die Premiumversion einer bekannten Gewohnheit ist.

Der Markt bezahlt Apple für Preismacht, nicht für Neuheit

Bei Apple werden neue Geräte oft wie Innovationsereignisse behandelt. Für die Aktie ist das nur die Oberfläche. Ein neues iPhone bewegt den Gewinn nicht allein, weil es neu ist. Es bewegt ihn, wenn Preis, Absatz und Kosten zusammenpassen. Genau dort wird das iPhone Duo interessant.

Ein sehr hoher Einstiegspreis kann zwei Dinge zugleich bedeuten. Er kann die Marge schützen, wenn die Nachfrage robust bleibt. Er kann aber auch zeigen, dass das Produkt eher Schaufenster als Volumenbringer ist. In einem Nischenmarkt mit rund zwei Prozent Anteil wäre das keine kleine Einschränkung. Dann würde Apple zwar beweisen, dass es ein faltbares Gerät bauen kann. Der wichtigere Beweis, dass sich daraus ein profitabler zusätzlicher iPhone-Strang entwickelt, bliebe offen.

Der Zyklus macht diese Frage schärfer. In frühen Smartphone-Jahren war jedes neue Modell Teil einer Expansion. Heute ist ein neues Topgerät eher ein Versuch, mehr Umsatz aus einer bestehenden Nutzerbasis zu holen. Das ist kein Makel. Es ist die Logik reifer Märkte. Reife Märkte belohnen Disziplin, aber sie bestrafen Selbstüberschätzung. Wenn ein Unternehmen den Preis erhöht, prüft der Kunde die Marke härter.

Das stärkste Gegenargument steht in Apples eigener Geschichte

Man sollte den skeptischen Blick nicht mit einem Urteil verwechseln. Apple hat oft gezeigt, dass späte Produkte nicht automatisch schwache Produkte sind. Der Konzern kam in mehreren Kategorien nicht als erster Anbieter, setzte aber Standards bei Bedienung, Vertrieb und Integration. Genau deshalb wäre es zu schlicht, das iPhone Duo nur als verspätete Antwort auf Samsung, Xiaomi und Huawei zu lesen.

Auch das übrige Event stützt diese Lesart. tagesschau.de nennt neue AirPods der Serie 5, die iPhones 18 Pro und 18 Pro Max mit verbesserter Kamera und neu entwickeltem Chip sowie neue Apple Watches der 12er-Serie und Ultra 4 mit stärkerem Fokus auf Gesundheitswerte. Apple verkauft den Kunden also weiter ein Bündel aus Geräten und Funktionen. Das faltbare iPhone steht nicht allein im Regal. Es hängt am System.

Gerade darum ist der Preis so aufschlussreich. Das Ökosystem ist Apples Verteidigungslinie. Der Preis ist der Angriff. Wenn die Nutzer den Aufpreis akzeptieren, kann Apple zeigen, dass Premium im Smartphone-Markt noch nicht ausgereizt ist. Wenn sie zögern, wird sichtbar, dass selbst eine starke Marke nicht jede Kosteninflation an den Kunden weiterreichen kann.

Eine kleine Verschiebung im Produktkalender verstärkt diese Beobachtung. Laut tagesschau.de kommt das reguläre iPhone-18-Modell nicht wie bisher gemeinsam mit den Pro-Modellen auf den Markt, sondern erst im Frühjahr. Damit rückt die teurere Spitze noch stärker in den Vordergrund. Apple setzt den Akzent dort, wo der Konzern die höchste Zahlungsbereitschaft vermutet.

Am Ende entscheidet nicht die Präsentation, sondern der erste Marktkontakt. Der konkrete Marker ist der 23. Oktober, wenn das iPhone Duo laut tagesschau.de in den Handel kommt. Dann zeigt sich, ob 2.299 Euro als Premiumpreis durchgehen oder als Grenze. Für Apple ist das kein Luxusproblem. Es ist der Moment, in dem eine Marke beweisen muss, wie viel Marge in einem reifen Markt noch steckt.

Leser-Barometer

„Apple kann beim faltbaren iPhone Premiumpreise durchsetzen und damit die Marge stützen.“

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