Morgen-Briefing: Nikkei fällt 5,11 Prozent, DAX hält dagegen

Der Morgen hat einen Bruch, der zu groß ist, um ihn zu übersehen: In Asien fällt der Nikkei 225 um 5,11 Prozent, während die europäischen Indikationen noch keinen Ausverkauf anzeigen. Der DAX steht bei 25.299 Punkten mit 0,15 Prozent im Plus. Der EuroStoxx 50 liegt bei 6.190 Punkten und gewinnt 0,38 Prozent. Das passt nicht sauber zusammen. Genau deshalb startet Europa heute nicht mit einer einfachen Vorgabe, sondern mit einer Frage: Bleibt der Japan-Schock regional, oder frisst er sich in die Tech-Bewertungen hinein?
Die US-Futures sprechen eher für Vorsicht als für Panik. Der S&P-500-Future verliert 0,42 Prozent. Der Nasdaq-Future gibt 0,97 Prozent ab. Der Dow-Future liegt mit minus 0,08 Prozent fast unverändert. Die Belastung sitzt also vor allem dort, wo hohe Bewertungen und Zinserwartungen am empfindlichsten zusammenstoßen: im Wachstumssegment. Der DAX kann sich vorbörslich davon noch lösen. Das ist kein Freibrief, sondern eine Momentaufnahme vor der Kasse.
Asien übergibt Schwäche, Europa übernimmt mit dünnem Polster
In Tokio läuft der Handel noch bis 08:00 Uhr deutscher Zeit, in Hongkong bis 10:00 Uhr. Der Hang Seng verliert 1,47 Prozent und bestätigt damit die schwache asiatische Linie, wenn auch deutlich weniger hart als Japan. USD/JPY steht bei 157,87 und fällt um 0,27 Prozent. Diese Bewegung ist klein, aber sie passt in einen Morgen, an dem Kapital nicht nur aus Aktien, sondern auch aus der Sorglosigkeit herausläuft.
Die Nebenmärkte stützen dieses Bild. Gold steigt um 1,44 Prozent auf 4.167 Dollar. Öl WTI fällt um 1,05 Prozent auf 94,09 Dollar. Bitcoin gibt 0,37 Prozent auf 81.268 Dollar ab. Das ist keine geschlossene Fluchtbewegung über alle Anlageklassen. Es ist eher ein selektives Zurückdrehen von Risiko, während sichere Häfen wieder gefragt sind. Für Frankfurt zählt damit weniger die Richtung allein, sondern die Breite der Bewegung.
Um 14:30 Uhr entscheidet der US-Datenblock über die zweite Tageshälfte
Der Vormittag beginnt mit Großbritannien. Um 08:00 Uhr kommt das monatliche Bruttoinlandsprodukt, erwartet wird ein Rückgang um 0,1 Prozent nach plus 0,4 Prozent zuvor. Für den DAX ist das kein Leittermin, aber für Pfund, europäische Banken und die Konjunkturstimmung kann er den Ton setzen. Um 12:15 Uhr folgt der EU Economic Summit im Euroraum.
- 08:00 Uhr: Großbritannien meldet das monatliche GDP. Erwartet wird minus 0,1 Prozent nach plus 0,4 Prozent.
- 14:30 Uhr: In den USA kommen Erzeugerpreise, Einzelhandelsumsätze, Philly Fed Index und Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gleichzeitig.
- 9:00 Uhr: Die Xetra-Eröffnung zeigt, ob der DAX die positive Indikation halten kann.
Der Schwerpunkt liegt klar in den USA. Um 14:30 Uhr treffen Preisdaten und Konsumdaten zusammen. Erwartet werden bei den Erzeugerpreisen 0,6 Prozent nach 0,4 Prozent zuvor, bei der Kernrate 0,3 Prozent nach 0,2 Prozent. Die Einzelhandelsumsätze werden mit 0,3 Prozent erwartet, nach 1,2 Prozent zuvor. Die Kernrate soll 0,6 Prozent erreichen, nach 1,4 Prozent. Dazu kommen der Philly Fed Manufacturing Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe.
Frankfurt startet damit um 9:00 Uhr zwischen zwei Kräften. Asien übergibt klare Schwäche, die europäischen Indikationen behaupten ein kleines Plus. Die erste Xetra-Stunde muss zeigen, ob daraus Stabilität wird oder nur ein späterer Anschluss an die Nasdaq-Schwäche.







