Morgenlage: Nasdaq-Future fällt 1,12 Prozent, DAX zieht an

Der Morgen liefert keinen einfachen Risiko-Modus. Hongkong steigt kräftig, Tokio fällt deutlich, und der Nasdaq-Future steht unter Druck. Gleichzeitig zeigen die vorbörslichen Stände für Europa nach oben. Das ist eine Rotation, kein sauberer Gleichschritt. Wer nur auf den DAX blickt, sieht Stärke. Wer den Nasdaq-Future danebenlegt, sieht die offene Schwachstelle des Tages.
Asien übergibt Europa ein gespaltenes Signal
Der Nikkei 225 verliert 1,53 Prozent auf 61.234 Punkte. Der Hang Seng legt dagegen 4,91 Prozent auf 24.681 Punkte zu. Asien beendet den Morgen also nicht mit einer gemeinsamen Richtung, sondern mit einer klaren Trennung zwischen Japan und Hongkong. Der Dollar fällt zum Yen um 0,31 Prozent auf 157,84 USD/JPY. Das passt eher zu vorsichtigerem Handel in Japan als zu breiter Euphorie.
Die Übergabe nach Europa fällt trotzdem freundlich aus. Der DAX steht vorbörslich bei 26.438 Punkten und damit 2,22 Prozent höher. Der EuroStoxx 50 wird bei 6.266 Punkten und plus 1,97 Prozent geführt. Der Kontrast kommt aus den USA-Futures: Der S&P-500-Future verliert 0,25 Prozent, der Nasdaq-Future fällt 1,12 Prozent, der Dow-Future steigt dagegen 0,31 Prozent. Der Markt sortiert nach Segmenten.
Auch die Nebenmärkte sprechen nicht für eine simple Risk-on-Lage. Gold steigt um 1,64 Prozent auf 4.140 Dollar. Öl WTI fällt um 1,33 Prozent auf 86,95 Dollar. Der Euro legt gegen den Dollar um 0,27 Prozent auf 1,1265 zu. Bitcoin bleibt mit minus 0,10 Prozent bei 80.349 Dollar fast unverändert. Die Botschaft ist nüchtern: Aktien Europa fest, US-Tech schwach, Sicherheitsnachfrage bei Gold sichtbar.
Was heute zählt
Der Terminplan gehört heute der Bank of England und dem US-Arbeitsmarkt. Um 13:00 Uhr kommen der BoE Monetary Policy Report, die Zusammenfassung der Geldpolitik, die Stimmen im geldpolitischen Ausschuss und der Zinsentscheid. Erwartet wird ein Leitzins von 4,00 Prozent nach 3,75 Prozent zuvor. Um 13:30 Uhr spricht Gouverneur Andrew Bailey.
- 13:00 Uhr: Bank of England mit Zinsentscheid und Stimmenbild. Die Verteilung der MPC-Stimmen kann wichtiger wirken als der Zinsschritt selbst.
- 14:30 Uhr: US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Erwartet werden 197.000 nach 194.000 zuvor.
- 19:00 Uhr: EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht. Für den Euro zählt jedes Signal zur weiteren Zinserzählung.
Für den Xetra-Start um 9:00 Uhr liegt damit ein freundlicher, aber brüchiger Rahmen auf dem Tisch. Die europäischen Indizes kommen mit Rückenwind aus der Vorbörse. Der schwache Nasdaq-Future verhindert aber die bequeme Lesart eines globalen Aufbruchs. Frankfurt startet in einen Markt, der Stärke zeigt und zugleich schon die erste Sollbruchstelle mitliefert.







