Morgenlage: US-Futures steigen, WTI fällt vor Xetra um 1,71 Prozent

Der Morgen startet nicht mit einem großen Signal aus Asien. Er startet mit einer auffälligen Schieflage: Aktien-Futures in den USA ziehen moderat an, während Öl deutlich fällt. Das ist für Europa die bessere Kombination, solange der Rückgang beim Öl nicht als Warnsignal für schwächere Nachfrage gelesen wird.
Asien übergibt einen ruhigen Markt an Europa
Tokio läuft aus, Hongkong handelt noch. Der Nikkei 225 steht bei 69.031 Punkten und damit 0,02 Prozent im Minus. Der Hang Seng liegt bei 24.254 Punkten und gewinnt 0,17 Prozent. Das ist keine klare Richtung, eher ein Seitwärtsmorgen mit leicht positiver Kante in Hongkong.
Auch der Yen liefert kaum Druck. USD/JPY steht bei 158,27 und legt 0,01 Prozent zu. Ein stabiler Yen nimmt dem Morgen zumindest den Devisenstress. EUR/USD steigt leicht auf 1,1215 und gewinnt 0,08 Prozent. Gold notiert bei 4.223 Dollar und liegt 0,16 Prozent im Plus. Bitcoin steht bei 83.602 Dollar und verliert 0,09 Prozent.
Die Staffel geht damit von einem fast neutralen Asien an ein Europa, das auf die US-Vorgaben schaut. Die CME-Futures, also laufende Terminkontrakte auf die großen US-Indizes, stehen geschlossen im Plus. Der S&P-500-Future steigt 0,31 Prozent auf 7.884 Punkte. Der Nasdaq-Future gewinnt 0,34 Prozent auf 31.216 Punkte. Der Dow-Future legt 0,36 Prozent auf 52.113 Punkte zu. Das ist kein Sprint, aber es reicht für Rückenwind vor Frankfurt.
Was heute zählt
Erstens zählt die Breite der Eröffnung. Der DAX ging zuletzt mit 25.087 Punkten und plus 1,13 Prozent aus dem Handel. Der EuroStoxx 50 stand bei 6.173 Punkten und gewann 0,76 Prozent. Wenn Europa stark startet, muss die Bewegung mehr tragen als nur die üblichen großen Indexgewichte.
Zweitens rückt Öl in den Vordergrund. WTI fällt 1,71 Prozent auf 90,28 Dollar. Niedrigeres Öl kann Inflationssorgen dämpfen und zinssensible Aktien stützen. Der gleiche Rückgang kann aber auch Zweifel an der Nachfrage nähren. Der Unterschied entscheidet darüber, ob Anleger die Bewegung als Entlastung oder als Warnsignal behandeln.
Drittens bleibt die US-Technologie ein Taktgeber. Der Nasdaq-Future liegt vor Europa 0,34 Prozent im Plus. Das genügt, um den DAX zu stützen, wenn der Dollar nicht wieder Druck aufbaut und die europäischen Zykliker nicht abtauchen.
- 9:00 Uhr: Xetra-Eröffnung. Der DAX startet nach einem Schlussstand von 25.087 Punkten in den neuen Handel.
- Vormittag: Vergleich DAX gegen EuroStoxx 50. Eine breite Europa-Bewegung wäre belastbarer als ein reiner DAX-Schub.
- Bis zum US-Impuls: US-Futures und WTI. Beide bestimmen, ob der Morgen als Entlastung oder als Nachfrage-Sorge gelesen wird.
Um 9:00 Uhr öffnet Xetra. Der erste Test ist schlicht: Reicht der Rückenwind aus den US-Futures, um den DAX über den freundlichen Schluss hinauszutragen, oder bremst der Ölpreisrückgang die Stimmung schon vor dem Mittag?







