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Krypto fbr / DFN-Redaktion · 28. September 2026, 08:32 Uhr · 4 Min. Lesezeit
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Solana-ETFs geben dem Fondsanbieter Bitwise und Verwahrern mehr Macht

188 Millionen Dollar flossen in einer Woche in die Produkte. Der Solana-Boom läuft damit über Broker, Fondsanbieter und Verwahrer statt über die Blockchain selbst.

Illustration: Solana-ETFs geben dem Fondsanbieter Bitwise und Verwahrern mehr Macht

Am Freitag flossen laut CoinDesk rund 87 Millionen Dollar in US-Solana-Spot-ETFs. Es war der größte Tageszufluss seit dem Start dieser Produkte. Auf den ersten Blick ist das ein Ritterschlag für Solana. Interessanter ist der Umweg: Das neue Geld trifft nicht zuerst auf Wallets, Apps oder Validatoren. Es läuft über Fondsanbieter, Broker, Verwahrer und Handelsschreibtische.

Damit verschiebt sich die Machtfrage. Solana bekommt institutionelle Aufmerksamkeit, aber der Zugang zum Netzwerk wird stärker von Firmen geprägt, die außerhalb der Blockchain sitzen. Wer die Kapitalströme bündelt, die Verwahrung organisiert und Liquidität stellt, bestimmt mit, welche Solana-Geschichte am Markt zählt.

Die ETF-Nachfrage bündelt sich schneller als die Nutzerbasis wächst

US-Spot-Solana-ETFs zogen in der vergangenen Woche laut CoinDesk netto 188 Millionen Dollar an. Jeder Fonds der Gruppe verzeichnete Zuflüsse. Das ist ein starkes Signal, weil Nettozuflüsse neues Geld in die Produkte messen und nicht nur den Handel zwischen bestehenden Käufern und Verkäufern.

Der ETF macht Solana für Anleger einfacher erreichbar. Ein Brokerkonto genügt. Eine eigene Krypto-Wallet ist nicht nötig. Genau diese Bequemlichkeit verändert aber die Struktur des Marktes. Der Anleger hält nicht selbst SOL auf der Chain, sondern ein Wertpapier, das Solana-Exposure abbildet.

Der Unterschied wirkt technisch, ist aber ökonomisch groß. Wer über einen ETF investiert, überlässt operative Fragen anderen. Dazu gehören Verwahrer, also Firmen, die Token für Fonds sichern, und Market Maker, also Händler, die ETF-Anteile liquide halten und Preisdifferenzen zum Basiswert ausgleichen. Solana gewinnt dadurch Reichweite. Zugleich entstehen neue Engpässe an den Eingängen zum Netzwerk.

Bitwise wird zur wichtigsten Eingangstür für Solana-Kapital

Der Boom verteilt sich nicht gleichmäßig. Bitwise nahm mit seinem BSOL laut CoinDesk rund 128 Millionen Dollar der Wochenzuflüsse auf. Das entsprach etwa 68 Prozent des Gesamtbetrags. Grayscale kam mit GSOL auf 28 Millionen Dollar, Fidelity mit FSOL auf 18 Millionen Dollar. Morgan Stanley, VanEck, Franklin Templeton und 21Shares teilten sich laut CoinDesk die übrigen 14 Millionen Dollar.

Noch stärker fällt die Konzentration im bisherigen Gesamtbild aus. BSOL hat nach den von CoinDesk genannten Daten rund 1,2 Milliarden Dollar der kumulierten 1,6 Milliarden Dollar an Nettozuflüssen eingesammelt. Das sind etwa 76 Prozent.

Das ist kein Detail für Produktvergleiche. Es macht Bitwise zu einem zentralen Filter für die institutionelle Solana-Nachfrage. Wenn ein Anbieter drei Viertel der Zuflüsse kontrolliert, wird seine Marke zur Abkürzung für einen ganzen Markt. Im Krypto-Jargon spricht man gern über Dezentralisierung. An der Börse zählt oft der Vertriebskanal.

Zwei Lager
Die Bullen sagen

Die Zuflüsse verbreitern die Kapitalbasis von Solana. ETFs senken die Zugangshürde, weil Anleger keine Wallet führen und keine Token selbst verwahren müssen.

Die Bären halten dagegen

Die Nachfrage landet gebündelt bei wenigen Finanzintermediären. Dadurch wächst die Macht der Anbieter, Verwahrer und Liquiditätsfirmen schneller als die direkte Nutzung des Netzwerks.

Alpenglow liefert die technische Erzählung zum Geldstrom

Parallel zur ETF-Woche testet Solana ein Upgrade, das die Geschichte noch attraktiver macht. Laut CoinDesk ist Alpenglow auf dem Entwicklernetz und dem Testnetz aktiv. Anza, die Firma hinter der Kernsoftware von Solana, kündigte die Umstellung des Entwicklernetzes am 25. September an. Das Testnetz war dem Bericht zufolge bereits am Vortag umgestellt worden.

Alpenglow soll die Finalität von Transaktionen stark verkürzen. Finalität meint den Moment, ab dem eine Transaktion praktisch nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Heute nennt CoinDesk für Solana etwa 12,8 Sekunden. Das Ziel von Alpenglow liegt bei rund 150 Millisekunden.

Für Zahlungsapps und Börsen wäre das mehr als Kosmetik. Eine Börse könnte Einzahlungen schneller freigeben. Eine Zahlungsapp könnte einem Händler schneller melden, dass ein Verkauf abgeschlossen ist. Genau diese Art von Nutzwert passt gut zu einem ETF-Narrativ: schnelleres Netzwerk, mehr institutioneller Zugang, größere Marktgeschichte.

Doch auch hier lohnt der zweite Blick. CoinDesk weist darauf hin, dass für den Start im Hauptnetz noch kein Termin feststeht. Der Geschwindigkeitstest muss sich zudem erst unter Live-Marktbedingungen bewähren. Alpenglow entfernt außerdem Validator-Stimmen aus Blöcken. Dadurch können gemeldete Transaktionszahlen sinken, selbst wenn die Aktivität der Nutzer gleich bleibt. Ein schnelleres Solana kann also kurzfristig schlechter aussehen, wenn alte Kennzahlen falsch gelesen werden.

Die neue Macht sitzt an den Übergängen zum Netzwerk

Ein ETF ist kein neutraler Spiegel. Wenn Geld in einen Fonds fließt, müssen neue Anteile geschaffen, Preise zum Basiswert abgestimmt und Bestände verwahrt werden. Je größer der Fonds, desto wichtiger werden die Firmen, die diese Abläufe tragen. Sie entscheiden nicht über den Solana-Code. Sie prägen aber, wie Kapital in Solana hinein- und wieder herauskommt.

Das stärkste Gegenargument ist sauber: ETFs ändern weder den Konsensmechanismus noch die Arbeit der Validatoren. Alpenglow wird nicht von Bitwise gebaut. Entwickler, Staker und Anwendungen bleiben für das Netzwerk selbst zentral. Wer nur auf die Chain schaut, kann deshalb sagen, dass die ETF-Zuflüsse vor allem ein Finanzprodukt-Thema sind.

Aber Märkte vergeben Aufmerksamkeit, bevor sie technische Nuancen prüfen. Wenn BSOL den Großteil der Zuflüsse einsammelt, werden seine Zahlen zum Taktgeber für die Solana-Erzählung an der Wall Street. Wenn Alpenglow die Geschwindigkeit senkt, aber gemeldete Transaktionen optisch verändert, brauchen Investoren neue Maßstäbe. Dann liegt Macht nicht nur in Blöcken und Validatoren, sondern in der Deutung der Daten.

Für Solana ist das die eigentliche Spannung. Das Netzwerk will schneller und alltagstauglicher werden. Gleichzeitig fließt das neue große Geld durch Strukturen, die Krypto einst umgehen wollte. Wenn die nächste Solana-Welle von ETFs und Alpenglow getragen wird, wer setzt dann den Takt: die Entwickler und Validatoren auf der Chain oder die Institutionen an der Eingangstür?

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„Der Solana-ETF-Boom verlagert Macht stärker zu Finanzintermediären als ins Netzwerk.“

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