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KurseWochenendausgabe · Saturday, 3. October 2026
Märkte awd / DFN-Redaktion · 3. October 2026, 10:00 Uhr · 3 Min. Lesezeit
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Wochenrückblick: Nasdaq gewinnt 1,4 Prozent, der DAX bleibt zurück

Die Woche sah freundlicher aus, als sie war. US-Tech trug die Indizes, während Öl, Euro und DAX ein anderes Bild zeichneten.

Illustration: Wochenrückblick: Nasdaq gewinnt 1,4 Prozent, der DAX bleibt zurück

Diese Handelswoche hatte einen klaren Gewinner, aber keine breite Risikofreude. Der Nasdaq legte auf Wochensicht um 1,4 Prozent zu und zog den US-Markt nach oben. Der S&P 500 gewann 0,5 Prozent. Der DAX verlor dagegen 0,6 Prozent. Wer nur auf den freundlichen Wochenschluss blickte, sah deshalb zu viel Entspannung und zu wenig Auswahl.

Zum Schluss sah das Bild besser aus. Der DAX ging bei 25.231 Punkten mit einem Tagesplus von 1,17 Prozent aus der Woche. Der S&P 500 stand bei 7.723 Punkten und gewann 0,73 Prozent. Der Nasdaq beendete die Woche bei 27.191 Punkten und lag am letzten Handelstag 1,19 Prozent höher. Diese Schlussbewegung kaschierte aber, dass die Woche nicht vom breiten Aufbruch lebte. Sie lebte von einem engen Trade: Wachstumstitel in den USA hielten, Europa blieb zurück.

US-Tech trug die Woche, der Rest folgte nur teilweise

Die Differenz zwischen Nasdaq und DAX erzählt die Woche besser als jeder Einzelkurs. Der Nasdaq gewann auf Sieben-Tage-Sicht 1,4 Prozent. Der DAX verlor 0,6 Prozent. Das ist kein dramatischer Bruch, aber ein sauberer Hinweis. Kapital akzeptierte Risiko dort, wo es weiterhin Wachstum vermutet. Es mied Risiko dort, wo Konjunktur, Währung und Bewertung weniger Rückenwind lieferten.

Der S&P 500 lag mit plus 0,5 Prozent zwischen beiden Welten. Er bekam Hilfe aus der US-Technologie, trug aber nicht dieselbe Dynamik wie der Nasdaq. Damit entstand ein Markt, der nach außen stabil wirkte und innen enger wurde. Genau solche Wochen werden oft zu freundlich gelesen. Steigende US-Indizes sehen nach breiter Zuversicht aus. Die Verteilung der Gewinne sagt etwas anderes.

Der DAX hatte am Ende zwar einen starken Handelstag. Auf Wochensicht reichte das nicht. Dieser Unterschied zählt. Ein Index kann an einem Freitag steigen und trotzdem eine schwächere Woche hinter sich haben. Für den nächsten Abschnitt im Marktzyklus ist das wichtiger als der letzte grüne Balken. Ein Wochenplus zeigt Ausdauer. Ein Tagesplus zeigt nur, dass Verkäufer kurz Luft holten.

Öl, Gold und Euro nahmen der Rally den Glanz

Die zweite Hälfte der Geschichte liegt außerhalb der Aktienindizes. Öl WTI verlor auf Wochensicht 1,6 Prozent und notierte zuletzt bei 91,11 Dollar. Gold gab über sieben Tage 0,1 Prozent nach und stand zuletzt bei 4.162 Dollar. Bitcoin bewegte sich mit plus 0,1 Prozent kaum. Der Euro fiel gegen den Dollar um 1,1 Prozent, auch wenn EUR/USD zuletzt bei 1,1257 am Tag leicht um 0,11 Prozent höher lag.

Diese Kombination passt nicht zu einer einfachen Risk-on-Erzählung. Öl schwächte sich ab. Gold hielt sich fast neutral. Bitcoin blieb praktisch stehen. Der Euro gab deutlich nach. Aktienfreude ja, aber selektiv. Der Markt kaufte nicht alles, was nach Risiko aussah. Er kaufte vor allem den Teil, der in der laufenden Erzählung am meisten rechtfertigen kann: US-Wachstum und Technologie.

Der stärkere Dollar gegen den Euro ist dabei mehr als eine Randnotiz. Wenn EUR/USD auf Wochensicht 1,1 Prozent fällt, verteuert sich für europäische Anleger der Blick auf US-Anlagen in der Heimatwährung. Das kann US-Marktstärke optisch zusätzlich stützen. Es sagt aber auch, dass Vertrauen nicht gleichmäßig verteilt war. Der Devisenmarkt sprach weniger euphorisch als der Nasdaq.

Zwei Lager
Die Bullen sagen

Solange der Nasdaq führt und der S&P 500 im Plus bleibt, trägt der wichtigste Teil des Aktienmarkts die Stimmung weiter.

Die Bären halten dagegen

Ein DAX-Minus, schwächeres Öl und ein fallender Euro zeigen, dass die Woche enger war, als die Schlusskurse vermuten lassen.

Bitcoin lieferte in dieser Woche ebenfalls keinen Ausbruch. Mit plus 0,1 Prozent blieb die Kryptowährung fast unverändert. Am Wochenende handelt Krypto weiter, während die großen Aktienbörsen geschlossen sind. Gerade deshalb ist die Bewegung dort oft lauter als ihre Aussage. Ein ruhiger Bitcoin nach einer selektiven Aktienwoche spricht eher für Abwarten als für neue Überzeugung.

Die kommende Woche startet mit einer engen Vorgabe

Die Vorgabe für die neue Woche ist damit widersprüchlich. Der Wochenschluss sah freundlich aus. Die Wochenbilanz war enger. US-Technologie setzte sich durch, Europa hinkte hinterher, Öl fiel, der Euro verlor und Gold blieb nahezu unverändert. Das ist kein Panikbild. Es ist aber auch kein Markt, der geschlossen nach oben läuft.

In der Nacht auf Montag rücken deshalb die CME-Futures in den Blick. Sie öffnen nach der Wochenendpause um 00:00 Uhr deutscher Zeit. Dort zeigt sich zuerst, ob der Markt den starken Schluss als Startsignal liest oder ob die schwächere Wochenstruktur wieder Gewicht bekommt. Die kommende Woche beginnt mit einer einfachen Prüfung: Trägt der Nasdaq weiter allein, oder holen DAX, Euro und Rohstoffe genug auf, um aus einer engen Rally wieder einen breiteren Markt zu machen?

awd.
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