Xetra-Schluss: DAX steigt auf 25.704, Europa bleibt fast stehen

Frankfurt lieferte zum Xetra-Schluss ein freundliches Bild, aber kein breites Signal. Der DAX ging bei 25.704 Punkten aus dem Handel und gewann 0,44 Prozent. Der EuroStoxx 50 schloss dagegen bei 6.168 Punkten fast unverändert mit 0,05 Prozent im Plus. Der Abstand zwischen beiden Indizes war die eigentliche Geschichte dieses europäischen Tages: Deutschland zog an, Europa folgte nur zögerlich.
Das wirkte auf den ersten Blick robuster, als es war. Im DAX kamen die Stützen klar aus der Industrie. Siemens legte 1,45 Prozent auf 270,05 Euro zu und gab dem Index sichtbar Halt. Allianz schloss mit 435,30 Euro leicht im Plus. Volkswagen gewann 0,35 Prozent auf 69,04 Euro. Deutsche Telekom blieb mit 25,14 Euro praktisch unverändert.
So wenig gewann der EuroStoxx 50 zum Schluss. Der DAX-Anstieg war damit kein sauberer europäischer Gleichlauf.
Der DAX gewann, aber die Breite fehlte
Die Gegenseite stand ebenfalls offen auf dem Kurszettel. SAP verlor 0,91 Prozent auf 211,20 Euro. Rheinmetall gab 1,29 Prozent auf 1.012 Euro ab. Zwei Schwergewichte mit sehr unterschiedlichen Geschichten bremsten damit denselben Index: Software auf der einen Seite, Rüstung auf der anderen. Wer nur auf den DAX-Schlussstand schaut, übersieht diese innere Reibung.
Der Euro passte zu diesem Bild. EUR/USD stieg um 0,19 Prozent auf 1,1152. Das ist keine dramatische Bewegung, aber sie nimmt europäischen Aktien einen Teil des einfachen Rückenwinds. Ein festerer Euro hilft internationalen Anlegern bei der Währungsrechnung, drückt aber bei exportlastigen Unternehmen auf die Übersetzungsfantasie. Am Mittwoch reichte das nicht für Druck, aber auch nicht für Euphorie.
New York nimmt Europas Vorlage nur vorsichtig auf
Die Wall Street handelt noch und verstärkt die europäische Vorlage bislang nur gedämpft. Der S&P 500 liegt bei 7.743 Punkten und damit 0,27 Prozent höher. Der Nasdaq steht bei 26.500 Punkten, ein Plus von 0,08 Prozent. Das ist ein positiver Zwischenstand, aber kein US-Schub, der den europäischen Handel nachträglich größer wirken lässt.
Für den Abend liegt die Messlatte damit nicht besonders hoch. Wenn New York die Gewinne hält, bekommt der deutsche Schluss eine ordentliche Bestätigung. Wenn der Nasdaq abdreht, wirkt der DAX-Anstieg eher wie ein lokaler Industrievorsprung als wie der Beginn eines breiten Risiko-Tages. Nach Xetra übernimmt jetzt die Wall Street die Deutung, in der Nacht fällt der Blick weiter nach Tokio.







