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Aktien fbr / DFN-Redaktion · 3. November 2026, 18:32 Uhr · 5 Min. Lesezeit
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Apple verkauft mehr iPhones und die Aktie fällt trotzdem

Apple meldet Rekorde im iPhone-Geschäft, doch der Ausblick enttäuscht. Der Bruch liegt bei einem Bauteil, das Anleger gern übersehen.

Illustration: Apple verkauft mehr iPhones und die Aktie fällt trotzdem

Am Montag sagte John Ternus laut n-tv, Apple habe beim iPhone-Umsatz und bei den Konzernerlösen Rekordwerte für ein September-Quartal erreicht. Es waren die ersten Geschäftszahlen unter dem neuen Konzernchef. Kurz danach gaben Apple-Aktien im nachbörslichen Handel an der Wall Street rund vier Prozent nach. Bemerkenswert ist daran nicht der Widerspruch zwischen guten Zahlen und fallendem Kurs. Bemerkenswert ist, wo dieser Widerspruch beginnt: bei Speicherchips, also bei einem Bauteil, das im iPhone kaum jemand sieht, das in der Gewinnrechnung aber sehr sichtbar werden kann.

Der Reflex nach solchen Zahlen ist einfach. Apple verkauft viele neue Geräte, also müsste die Aktie steigen. Genau dieser Reflex greift zu kurz. Laut n-tv erzielte Apple mit Smartphones 57,58 Milliarden Dollar Umsatz. Das lag rund eine Milliarde Dollar über den Erwartungen der Analysten. Die Nachfrage nach den neuen Spitzenmodellen iPhone 18 Pro und iPhone 18 Pro Max lief stark. Trotzdem enttäuschte der Ausblick auf das laufende Quartal. Der Kursrückgang ist damit weniger ein Misstrauen gegen das iPhone als gegen die Marge.

Der Rekordumsatz sagt weniger als der Ausblick

Bei Apple zählt nicht nur, wie viele Geräte der Konzern verkauft. Es zählt, wie viel Gewinn aus jedem verkauften Gerät übrig bleibt. Das klingt banal, wird aber in starken Produktzyklen gern verdrängt. Ein neues iPhone kann den Umsatz nach oben ziehen, während höhere Teilekosten den Gewinnhebel schwächen.

n-tv berichtet ausdrücklich von steigenden Speicherchip-Preisen als Problem für Apple. Diese Chips sind kein Randthema. Speicher ist in teuren Smartphone-Modellen ein wichtiger Kostenblock. Wenn Käufer größere Speichervarianten wählen, steigt der Umsatz pro Gerät. Wenn zugleich die Einkaufspreise für Speicher steigen, wird derselbe Umsatz weniger wertvoll.

Kurz beantwortet
  1. Warum fällt die Aktie trotz starker iPhone-Zahlen? Weil der Ausblick laut n-tv enttäuschte und höhere Speicherchip-Preise die Gewinnmarge belasten können.
  2. Was war an den Zahlen stark? Apple erzielte laut n-tv 57,58 Milliarden Dollar Smartphone-Umsatz und lag damit rund eine Milliarde Dollar über den Analystenerwartungen.
  3. Was ist der blinde Fleck? Viele schauen auf Stückzahlen und Umsatz, während die Aktie stärker auf die Qualität dieses Umsatzes reagiert.

Der Ausblick trifft deshalb härter als die gute Vergangenheit hilft. Das abgelaufene Quartal bestätigt, dass Apple weiter enorme Nachfrage mobilisieren kann. Das laufende Quartal fragt etwas anderes: Wie teuer wird es, diese Nachfrage zu bedienen? Wenn diese Frage offenbleibt, reicht ein Umsatzrekord nicht als Beruhigungspille.

Teure Speicherchips machen Umsatzwachstum fragiler

Der Mechanismus ist unangenehm schlicht. Apple verkauft ein Premiumgerät. Der Kunde sieht Design, Kamera, Display und Speichergröße. In der Gewinnrechnung stehen Einkaufspreise, Fertigung, Logistik und Vertrieb. Steigen die Kosten für Speicherchips, hat Apple drei Möglichkeiten: Preise erhöhen, Kosten an anderer Stelle drücken oder niedrigere Margen hinnehmen.

Preiserhöhungen sind bei Apple nie ausgeschlossen. Aber sie sind nicht kostenlos. Wer sehr teure Geräte verkauft, kann nicht beliebig an der Schraube drehen. Das gilt besonders in einem Jahr, in dem Apple neben den Pro-Modellen auch ein neues Format an den Markt bringt. Je breiter die Produktgeschichte wird, desto wichtiger wird saubere Ausführung.

Hier liegt die versteckte Verbindung zwischen Chippreisen und Aktienkurs. Ein stärkerer iPhone-Umsatz kann zwei sehr verschiedene Dinge bedeuten. Er kann bedeuten, dass Apple mehr Geräte mit hoher Profitabilität verkauft. Er kann aber auch bedeuten, dass Apple mehr teure Geräte verkauft, deren Bauteile ebenfalls teurer geworden sind. Für die Aktie ist der zweite Fall deutlich weniger attraktiv.

Das Faltmodell hilft der Erzählung, aber noch nicht den Zahlen

Apple hat mit dem iPhone Duo laut n-tv sein erstes Faltmodell gestartet. In den vorgelegten Zahlen ist dieses Gerät noch nicht enthalten, weil der offizielle Verkauf erst vor wenigen Tagen begonnen hat. Das ist wichtig, denn damit bleibt der starke Smartphone-Umsatz zunächst eine Geschichte der iPhone-18-Pro-Modelle und nicht schon der neuen Gerätekategorie.

Das Duo eröffnet Apple eine Nische, die bislang vom südkoreanischen Konkurrenten Samsung beherrscht wird, wie n-tv schreibt. Damit bekommt der Konzern eine neue Wachstumsfantasie. Gleichzeitig ist diese Fantasie noch nicht sauber genug, um die Margenfrage zu überdecken. Die ersten Testberichte fielen laut n-tv gemischt aus. Zudem kämpft Apple mit Qualitätsproblemen bei den Bildschirmen, die zu Rissen neigen.

Ternus sagte gegenüber Reuters, betroffen sei nur ein „sehr kleiner Prozentsatz“ der ausgelieferten Modelle. Dieser Satz ist wichtig, weil er den Schaden eingrenzt. Er beseitigt aber nicht das Thema. Ein Faltgerät ist technisch anspruchsvoll. Wenn der Einstieg in diese Kategorie mit gemischten Tests und Bildschirmproblemen beginnt, verschiebt sich die Aufmerksamkeit von der Preispremie zur Ausführung.

Zwei Lager
Die Bullen sagen

Apple zeigt mit den iPhone-18-Pro-Modellen, dass die Nachfrage nach hochpreisigen Geräten intakt ist. Der Smartphone-Umsatz übertraf laut n-tv die Erwartungen deutlich.

Die Bären halten dagegen

Der Ausblick ist schwächer, und steigende Speicherchip-Preise können aus starkem Umsatz ein dünneres Gewinnsignal machen.

Die Aktie bewertet jetzt die Preissetzungsmacht

Apple hat über Jahre bewiesen, dass es hohe Preise durchsetzen kann. Genau deshalb reagieren Investoren empfindlich, wenn Kosten schneller steigen als die sichtbare Nachfrage. Eine Premiumbewertung verträgt schlechte Stückzahlen nur schwer. Sie verträgt aber auch Umsatzwachstum schlechter, wenn der Verdacht entsteht, dass die Marge darunter leidet.

Der Kursrückgang nach den Zahlen ist daher kein simples Urteil über das iPhone. Er ist ein Urteil über den nächsten Dollar Umsatz. Kommt er mit gewohnter Profitabilität? Oder kostet er Apple mehr, weil Speicherchips teurer werden, neue Formfaktoren schwieriger anlaufen und Qualitätskontrolle mehr Aufmerksamkeit bindet?

Diese Unterscheidung erklärt, warum die Nachricht nicht in die übliche Schublade passt. Apple hat die Erwartungen bei den iPhone-Erlösen geschlagen. Der Konzern hat Rekordwerte für ein September-Quartal gemeldet. Gleichzeitig hat der Ausblick den Blick von der Verkaufskraft auf die Kostenbasis gedreht. Das ist für eine Aktie wie Apple ein härterer Wechsel, als es auf den ersten Blick wirkt.

Der Montagssatz von Ternus liest sich deshalb nach dem Kursrutsch anders. Rekordwerte beim iPhone bleiben stark. Doch die Aktie fragt jetzt, wie viel von den 57,58 Milliarden Dollar Smartphone-Umsatz bei Apple hängen bleibt, wenn Speicherchips teurer werden. Genau dort endet der Glanz der Verkaufszahlen und beginnt die nüchterne Rechnung der Börse.

fbr.
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