Morgenlage: Hang Seng fällt 2,64 Prozent, US-Futures halten dagegen

Der Morgen kommt mit einem Widerspruch nach Frankfurt. In Asien geben die großen Indizes nach, besonders deutlich in Hongkong. Gleichzeitig liegen die US-Futures vor der europäischen Eröffnung im Plus. Das macht den Start nicht sauber bullisch, aber auch nicht schlicht schwach. Die erste Frage des Tages lautet, welche Seite Europa übernimmt: die asiatische Vorsicht oder die amerikanische Stabilisierung.
Asien verkauft Risiko, die US-Futures liefern die Gegenbewegung
Der Nikkei 225 liegt bei 68.338 Punkten und verliert 0,90 Prozent. Der Hang Seng fällt auf 23.964 Punkte, ein Minus von 2,64 Prozent. Das ist die klare Schwachstelle am Morgen. Der Yen bewegt sich dagegen kaum: USD/JPY notiert bei 157,86 und damit 0,12 Prozent niedriger. Die Währung liefert also keinen großen Störimpuls. Die Aktienseite tut es schon.
Die Staffel geht damit von einem schwachen Asien an ein Europa, das selbst mit Ballast startet. Der DAX ging bei 24.939 Punkten und minus 1,03 Prozent aus dem Handel. Der EuroStoxx 50 verlor 1,49 Prozent auf 6.175 Punkte. Wer nur auf Asien schaut, sieht Anschlussrisiko. Wer auf die laufenden US-Futures schaut, sieht eine kleine Entlastung: Der S&P-500-Future steigt um 0,27 Prozent auf 7.745 Punkte, der Nasdaq-Future um 0,44 Prozent auf 30.897 Punkte, der Dow-Future um 0,23 Prozent auf 51.360 Punkte.
Diese Mischung ist heikel, weil sie keine klare Richtung vorgibt. Gold steigt um 0,29 Prozent auf 4.214. WTI-Öl fällt um 0,37 Prozent auf 92,53. Bitcoin legt um 2,30 Prozent auf 86.799 zu. Die Bewegungen passen nicht zu einer einzigen einfachen Erzählung. Risiko wird nicht überall abgebaut, aber asiatische Aktien stehen am Morgen unter Druck.
Was heute zählt: Erst Euro-Inflation, dann der US-Arbeitsmarkt
Um 11:00 Uhr kommen die Schnellschätzungen zur Inflation im Euroraum. Erwartet wird eine Teuerungsrate von 3,7 Prozent nach 3,3 Prozent zuvor. Bei der Kerninflation liegen die Erwartungen bei 2,5 Prozent nach 2,4 Prozent. Das ist für europäische Aktien wichtig, weil es die Zinserwartungen in einem ohnehin angeschlagenen Markt trifft.
- 11:00 Uhr: Euroraum-Inflation. Der Abstand zu den Erwartungen entscheidet, wie hart der Zinsimpuls in Europa ausfällt.
- 14:30 Uhr: US-Arbeitsmarktbericht. Erwartet werden 89.000 neue Stellen nach 162.000 zuvor.
- 14:30 Uhr: US-Stundenlöhne und Arbeitslosenquote. Die Löhne werden mit 0,3 Prozent erwartet, die Quote mit 4,1 Prozent.
Der zweite Block kommt um 14:30 Uhr aus den USA. Die erwarteten 89.000 neuen Stellen sind deutlich weniger als zuvor. Die Stundenlöhne sollen im Monatsvergleich bei 0,3 Prozent bleiben. Die Arbeitslosenquote wird unverändert bei 4,1 Prozent erwartet. Für den Markt reicht heute nicht die Schlagzeile der Jobzahl. Wichtig ist die Kombination aus Beschäftigung, Löhnen und Arbeitslosenquote. Schwächere Jobs können Zinshoffnung stützen. Zu schwache Jobs können aber schnell zur Wachstumsfrage werden.
Bis zur Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr bleibt der Takt damit ungewöhnlich geteilt. Asien übergibt Schwäche, die US-Futures halten dagegen, und Europa muss entscheiden, ob es den gestrigen DAX-Rückgang fortschreibt oder die Stabilisierung aus New York vorwegnimmt.







