Morgenlage: Nasdaq-Future fällt 0,73 Prozent vor EZB und US-Daten

Der Morgen trägt zwei Botschaften, die nicht sauber zusammenpassen. Asien handelt freundlich, Europa bekommt eine leicht positive Vorlage, doch der Nasdaq-Future fällt um 0,73 Prozent. Die alte Wachstumswette startet schwächer in den Tag, während der Dow-Future um 0,55 Prozent zulegt. Das ist kein Crash-Signal. Es ist eine Rotation im Kleinen, kurz bevor EZB und US-Daten den Takt übernehmen.
Der S&P-500-Future liegt bei 7.773 Punkten und gibt 0,13 Prozent ab. Der Nasdaq-Future steht bei 29.761 Punkten. Der Dow-Future notiert bei 52.987 Punkten. Der Abstand zwischen Tech und klassischen Industriewerten ist heute Morgen auffällig, weil er vor einem Datenblock kommt, der direkt in die Zinserwartungen hineinwirkt.
Asien liefert Rückenwind, die US-Tech-Futures nehmen Tempo heraus
In Tokio steigt der Nikkei 225 auf 64.706 Punkte, ein Plus von 1,17 Prozent. Hongkong legt ebenfalls zu. Der Hang Seng notiert bei 23.137 Punkten und gewinnt 0,42 Prozent. Der Yen bleibt schwach: USD/JPY steht bei 157,88 und steigt leicht um 0,07 Prozent. Für exportlastige japanische Aktien hilft das. Für globale Investoren bleibt es ein Stresstest, weil ein schwacher Yen die Finanzierung über niedrige japanische Zinsen weiter attraktiv hält.
Damit übergibt Asien an Europa eine freundliche, aber nicht risikofreie Vorlage. Die DAX-Indikation liegt bei 25.704 Punkten und damit 0,44 Prozent höher. Der EuroStoxx 50 steht bei 6.168 Punkten, nur 0,05 Prozent im Plus. Europa startet also nicht euphorisch. Der breite Markt wartet ab, während der DAX etwas fester wirkt.
Auch die Nebenmärkte sprechen für Vorsicht. EUR/USD fällt um 0,13 Prozent auf 1,1143. Gold steigt leicht auf 4.057 Dollar. Öl WTI fällt dagegen deutlich um 1,55 Prozent auf 101,19 Dollar. Bitcoin gibt 1,22 Prozent auf 80.271 Dollar ab. Das Bild ist gemischt: defensive Absicherung bleibt gefragt, zyklische Energiepreise geben nach, Krypto steht unter Druck.
Heute entscheidet zuerst die US-Inflation, dann die EZB
Der dichte Teil des Tages beginnt um 13:30 Uhr. Dann kommen aus den USA die BIP-Erstschätzung für das Quartal, die PCE-Kernrate, der GDP Price Index und die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Besonders die PCE-Kernrate zählt, weil sie als bevorzugtes Inflationsmaß der Fed gilt. Erwartet werden 0,3 Prozent nach 0,2 Prozent zuvor. Ein höherer Wert würde die zuletzt entspanntere Zinserzählung sofort prüfen.
- 13:30 Uhr: USA melden BIP, PCE-Kernrate und Arbeitsmarktdaten. Der Block kann die US-Futures neu sortieren.
- 14:15 Uhr: Die EZB entscheidet über den Leitzins. Erwartet wird ein unveränderter Satz von 2,65 Prozent.
- 14:45 Uhr: Die EZB-Pressekonferenz liefert den Ton für Euro, Banken und zinssensitive Aktien.
Um 14:15 Uhr folgt der EZB-Zinsentscheid. Erwartet wird ein unveränderter Leitzins von 2,65 Prozent. Das wäre formal keine Überraschung. Der Markt wird deshalb stärker auf das geldpolitische Statement und die Pressekonferenz um 14:45 Uhr achten. Die Frage ist, wie viel Geduld die EZB noch verkaufen kann, wenn die USA am selben Nachmittag frische Wachstums- und Inflationsdaten liefern.
Bis zur Xetra-Eröffnung um 9:00 Uhr bleibt die Ausgangslage damit klar begrenzt. Der DAX bekommt eine positive Indikation, aber keine breite Entwarnung. Asien stützt, US-Tech bremst, und der eigentliche Test liegt nach dem europäischen Start. Frankfurt eröffnet in einen Markt, der zunächst handelt und erst am Nachmittag seine Begründung nachgeliefert bekommt.







