Deutsche-Finanznachrichten.de
KurseMonday, 26. October 2026
Märkte jvt / DFN-Redaktion · 26. October 2026, 18:01 Uhr · 2 Min. Lesezeit
Teilen

Xetra-Schluss: DAX gewinnt 0,91 Prozent, SAP fällt zurück

Europa ging fester aus dem Handel, doch die Breite war sauberer als die Schlagzeile. Siemens und Rheinmetall zogen, SAP und Telekom bremsten.

Illustration: Xetra-Schluss: DAX gewinnt 0,91 Prozent, SAP fällt zurück

Der deutsche Markt ging mit Rückenwind aus dem Xetra-Handel. Der DAX schloss bei 25.411 Punkten und lag damit 0,91 Prozent im Plus. Der EuroStoxx 50 gewann 0,79 Prozent auf 6.116 Punkte. Das klingt nach einem glatten Risikotag. Die Einzeltitel machten das Bild aber kantiger.

Der Anstieg hing nicht an einem einzigen Schwergewicht. Siemens stieg um 1,79 Prozent auf 261,40 Euro. Rheinmetall legte um 1,49 Prozent auf 1.034 Euro zu. Allianz gewann 0,77 Prozent auf 431,20 Euro. Volkswagen kam mit plus 0,32 Prozent auf 69,32 Euro deutlich ruhiger voran.

Gegen diese Bewegung standen zwei Bremsklötze, die im DAX Gewicht haben. SAP fiel um 1,00 Prozent auf 212,25 Euro. Deutsche Telekom verlor 1,46 Prozent auf 24,98 Euro. Der Index stieg also nicht, weil alle großen Namen mitliefen. Er stieg, weil die Gewinnerseite breit genug war, die Schwäche einzelner Schwergewichte zu überdecken.

Der Tagesgewinn kam aus Breite, nicht aus Euphorie

Für den Charakter des Tages ist diese Verteilung wichtig. Ein DAX-Plus von 0,91 Prozent kann nach einer einfachen Jagd auf Risiko aussehen. Die Kursliste erzählt etwas Nüchterneres: Industrie, Versicherung und Rüstung trugen den Handel, während Software und Telekommunikation bremsten. Das ist kein Markt, der blind alles kauft. Es ist ein Markt, der selektiv genug bleibt, um die großen Verlierer nicht zu ignorieren.

Der Euro lieferte dazu keinen Gegenwind. EUR/USD lag bei 1,1186 und damit 0,16 Prozent niedriger. Ein schwächerer Euro kann exportlastigen Aktien helfen, weil Auslandserlöse in der Bilanz mehr wert werden. Aus den vorliegenden Kursen allein lässt sich daraus kein alleiniger Treiber machen. Es passt aber zum Bild eines europäischen Handelstags, der eher von relativer Entlastung als von einem großen neuen Narrativ lebte.

Die Wall Street übernimmt die Vorlage und legt noch etwas drauf

Der US-Markt handelt noch und nimmt die europäische Vorlage bislang auf. Der S&P 500 liegt bei 7.680 Punkten und gewinnt 0,74 Prozent. Die Nasdaq steht bei 26.210 Punkten und steigt 0,98 Prozent. Damit ist die stärkere Bewegung in den USA derzeit technologie-lastiger als in Frankfurt, wo SAP gerade nicht mitgezogen hat.

Das ist die kleine Spannung des Abends. Europa schloss fester, obwohl zwei prominente DAX-Werte schwach waren. Die Wall Street handelt ebenfalls fester, doch dort führt die Nasdaq. Wenn die US-Indizes ihre Zwischengewinne halten, wirkt der europäische Schluss nicht wie ein isolierter Nachzügler. Dreht der US-Handel dagegen ab, war der DAX-Gewinn eher eine Momentaufnahme aus einem freundlichen Nachmittag. Nach New York übernimmt Tokio als nächste große Börsensitzung den Staffelstab.

jvt.
Teilen
Illustration: Preisschilder im Supermarkt werden digital. Vertrauen zählt jetzt mehr
Wissen

Preisschilder im Supermarkt werden digital. Vertrauen zählt jetzt mehr

Elektronische Schilder senken die Kosten für Preisänderungen. Doch der härtere Test liegt bei Daten, Kundengruppen und Käufervertrauen.

Illustration: Ihre Hypothek kostet 2,75 Prozent. Sondertilgung verkleinert den Zinsvorteil
Wissen

Ihre Hypothek kostet 2,75 Prozent. Sondertilgung verkleinert den Zinsvorteil

Ein alter Festzins kann mehr sein als Restschuld. Wer schnell tilgt, senkt die Schuld, verkleinert aber auch den Schutz vor höheren Bauzinsen.