Xetra-Schluss: DAX verliert 2,49 Prozent, Europa hält besser

Der deutsche Aktienmarkt ging am Donnerstag mit einem klaren Bruch zwischen Frankfurt und dem übrigen Europa aus dem Handel. Der DAX schloss bei 25.361 Punkten und verlor 2,49 Prozent. Der EuroStoxx 50 gab dagegen nur 0,67 Prozent auf 6.269 Punkte ab. Das war kein sauberer europäischer Ausverkauf. Es war vor allem ein deutscher Schwergewichtstag.
Die Bremsen saßen dort, wo der DAX besonders empfindlich ist. SAP fiel auf 177,82 Euro und verlor 2,76 Prozent. Siemens gab 2,38 Prozent auf 258,10 Euro ab. Zwei große Indexstützen wurden damit zu Belastungen. Wenn solche Werte gleichzeitig nachgeben, muss der Rest des Marktes sehr viel auffangen. Das gelang nur teilweise.
So groß war der Abstand zwischen DAX-Verlust und EuroStoxx-50-Verlust zum Handelsschluss. Der deutsche Markt fiel damit klar aus dem europäischen Rahmen.
Der Verkauf traf die Indexgewichte, nicht jede Ecke des Marktes
Die Einzelwerte machten den Unterschied sichtbar. Allianz stieg auf 439,50 Euro und legte 0,55 Prozent zu. Rheinmetall gewann 0,40 Prozent auf 1.016 Euro. Auch die Deutsche Telekom schloss 0,40 Prozent höher bei 27,88 Euro. Volkswagen verlor dagegen 0,64 Prozent auf 81,18 Euro.
Das Muster ist wichtig, weil es die Bewegung erdet. Der DAX sah im Schlussstand härter aus, als die Liste der Einzelwerte es vermuten lässt. Einige große Verlierer reichten, um den Index nach unten zu ziehen. Gleichzeitig standen defensive und politisch getriebene Namen nicht unter demselben Druck. Wer nur auf den Index schaute, sah Rot. Wer in die Zusammensetzung ging, sah eine engere Geschichte.
Auch der Euro lieferte keinen großen Nebenschauplatz. EUR/USD lag bei 1,1631 und damit 0,07 Prozent niedriger. Die Währungsseite verstärkte die Bewegung also kaum. Der Druck kam aus den Aktien selbst, genauer aus der deutschen Indexmechanik.
New York übernimmt ein schwaches Europa, aber keinen Absturz
Zur europäischen Schlussglocke handelte die Wall Street ebenfalls im Minus. Der S&P 500 lag bei 7.598 Punkten und verlor 0,50 Prozent. Die Nasdaq notierte bei 26.116 Punkten, ein Minus von 0,52 Prozent. Das ist schwach genug, um Frankfurt keine Entlastung zu geben. Es ist aber nicht schwach genug, um den deutschen Rückschlag allein mit US-Panik zu erklären.
Damit liegt der Ball am Abend in New York. Der US-Markt entscheidet nun, ob aus der europäischen Vorlage ein breiterer Risikoabbau wird oder ob Frankfurt vor allem sein eigenes Schwergewichtsproblem gehandelt hat. Bis 22 Uhr deutscher Zeit zählt, ob S&P 500 und Nasdaq ihre Verluste ausweiten oder stabilisieren. Danach übernimmt Tokio am Freitag um 02:00 Uhr die nächste Lesart dieses Handelstags.







