Deutsche-Finanznachrichten.de
KurseFriday, 18. September 2026
Märkte fbr / DFN-Redaktion · 18. September 2026, 06:30 Uhr · 2 Min. Lesezeit
Teilen

Morgenlage: Nikkei steigt 1,87 Prozent, DAX zieht vor Xetra an

Japans Börse läuft stark, die US-Futures sind leicht grün. Doch der Yen bewegt sich deutlich, und dort steckt der empfindliche Teil des Starts.

Illustration: Morgenlage: Nikkei steigt 1,87 Prozent, DAX zieht vor Xetra an

Der Morgen hat einen klaren Absender: Japan. Der BoJ-Zinsentscheid und das geldpolitische Statement standen um 05:00 Uhr im Kalender. Ein Ergebnis dürfen die Kurse jetzt erst sortieren, aber die erste Preisreaktion ist sichtbar: Der Nikkei 225 steigt auf 65.335 Punkte und legt 1,87 Prozent zu. Gleichzeitig steigt USD/JPY um 0,66 Prozent auf 156,97. Der Yen schwächt sich also ab, während japanische Aktien steigen. Das ist Rückenwind für Exporteure, aber auch ein Signal, dass die globale Yen-Finanzierung weiter ein wunder Punkt bleibt.

Asien übergibt Europa einen grünen, aber nervösen Start

Tokio läuft noch bis 08:00 Uhr, Hongkong bis 10:00 Uhr. In Hongkong fällt die Bewegung deutlich kleiner aus: Der Hang Seng steht bei 24.769 Punkten und gewinnt 0,22 Prozent. Asien liefert Europa damit keine breite Euphorie, sondern vor allem einen starken Japan-Impuls.

Die Staffelübergabe an Europa sieht trotzdem freundlich aus. Die US-Futures liegen leicht im Plus: Der S&P-500-Future steht bei 7.715 Punkten und steigt 0,10 Prozent. Der Nasdaq-Future gewinnt 0,08 Prozent auf 29.768 Punkte, der Dow-Future 0,10 Prozent auf 52.270 Punkte. Das ist kein Risk-on-Feuerwerk. Es reicht aber, um die europäische Vorbörse anzuschieben.

Die DAX-Indikation steht bei 25.717 Punkten und legt 0,70 Prozent zu. Der EuroStoxx 50 kommt auf 6.323 Punkte und gewinnt 0,90 Prozent. Der Euro steigt gegen den Dollar leicht auf 1,1493. Gold gibt um 0,17 Prozent nach, WTI-Öl fällt um 0,69 Prozent. Bitcoin legt um 1,13 Prozent auf 77.212 zu. Das Bild ist damit sauberer als viele Morgende: Aktien freundlich, Dollar gegen den Yen stärker, Rohstoffe eher gedämpft.

Worauf jetzt achten
  • 07:30 Uhr: Die BoJ-Pressekonferenz kann die erste Japan-Reaktion noch verschieben, vor allem über den Yen.
  • 09:00 Uhr: Xetra öffnet. Dann zeigt sich, ob die starke DAX-Indikation auch im Kassamarkt trägt.
  • 12:30 Uhr: EZB-Präsidentin Christine Lagarde spricht. Der Markt hört auf Hinweise zu Zinskurs und Euro.

Was heute zählt

Der wichtigste Punkt bleibt Japan. Nicht weil der Nikkei stark ist, sondern weil Aktien und Yen zusammen gelesen werden müssen. Ein schwächerer Yen kann japanische Aktien stützen. Für globale Märkte bedeutet er aber auch: Die Finanzierung über Japan bleibt billig genug, um Risikoanlagen zu füttern. Genau diese Mechanik kann kippen, wenn die BoJ später härter klingt als die erste Kursreaktion vermuten lässt.

Der zweite Punkt liegt in Europa. Die DAX-Indikation kommt nach einem bereits starken Niveau. Ein Plus von 0,70 Prozent vor Xetra klingt solide, aber der Markt startet nicht aus einer Schwächephase. Wer heute nur auf die grüne Zahl schaut, verpasst die eigentliche Prüfung: Halten Käufer den Aufschlag, wenn echte Umsätze in Frankfurt einsetzen?

Der dritte Punkt ist Lagarde um 12:30 Uhr. Der Euro bewegt sich am Morgen nur leicht. Das kann sich ändern, wenn ihre Aussagen die Erwartungen an den EZB-Kurs verschieben. Für Aktien zählt dabei weniger ein einzelner Satz als der Ton: bestätigt die EZB die Erleichterung an den Märkten, oder erinnert sie daran, dass lockere Finanzierungsbedingungen nicht ihr Ziel sind?

Um 9:00 Uhr übernimmt Xetra den Staffelstab von Asien. Der Startvorteil ist da: Japan stark, US-Futures leicht grün, Europas Indikationen höher. Die offene Frage für die erste Handelsstunde lautet, ob Frankfurt den Yen als Rückenwind liest oder als Warnsignal.

fbr.
Teilen
Illustration: 612.000 Immobilienkäufe erwartet: Ein bezahltes Haus ersetzt kein Geld
Wissen

612.000 Immobilienkäufe erwartet: Ein bezahltes Haus ersetzt kein Geld

Gewos erwartet weniger Immobilienkäufe. Für Eigentümer steckt darin eine unbequeme Warnung: Vermögen im Grundbuch zahlt keine laufenden Rechnungen.

Illustration: Blockierte Seewege: Die Kosten steigen, bevor Container fehlen
Wissen

Blockierte Seewege: Die Kosten steigen, bevor Container fehlen

Die Huthi-Blockade macht Lieferketten teurer, lange bevor Waren fehlen. Wer nur auf leere Regale schaut, übersieht den ersten Margendruck in den Bilanzen.